Autor: Roger Liebi

Veranstaltungsort: Bibelstudientag, Rickenbach, Schweiz

Sprache: deutsch

Kategorie: Vortrag

Datum: 01.12.2007

ID: 19657

Webseite: https://www.sermon-online.com/de/contents/19657

 

 

Falsche Messiasse

 

 

 

 

Guten Morgen, ich möchte alle ganz herzlich begrüßen zu diesem Bibelstudientag mit dem Morgenthema Falsche Messiasse. In Matthäus 24, Markus 13 und Lukas 21 finden wir die Ölberg Rede Jesu über die Anfangs- und die Endzeit. Die Vorgeschichte ist diese: Nach einem Tag voll harter Auseinandersetzungen mit verschiedenen Gruppen des Judentums ging der Herr Jesus aus dem Tempel in Jerusalem hinaus. Zusammen mit den Jüngern ging er hinüber durchs Kidrontal auf den Ölberg. Dort hat man den schönsten Blick auf den Tempelplatz, weil der Ölberg ein bisschen höher ist als der Tempelberg. Und da hatten die Jünger einige Fragen, und zwar, weil der Herr Jesus also aus dem Tempel hinausging, ihnen sagte, „Seht ihr alle diese Dinge? Es kommen Tage, da wird nicht ein Stein auf dem anderen Stein stehen, alles wird hier abgebrochen werden.“ Das hat die Jünger sehr beunruhigt. War doch der Tempel zu Jerusalem damals das herrlichste Gebäude auf der ganzen Welt. Und so haben sie auf dem Ölberg an diesem Dienstagabend vier Fragen gestellt.

Und zwar erstens. Wann wird die Zerstörung des zweiten Tempels stattfinden?
Diese Frage kommt in allen 3 Evangelien vor Matthäus 24 3, Markus 13, 4 und Lukas 21, 7.

Aber zweitens haben Sie auch gefragt

Was wird das Zeichen der Zerstörung des Tempels sein?
Diese Frage kommt nur in Lukas 21, 7 vor und wird eigentlich auch nur dort beantwortet.

Die dritte Frage war, was ist das Zeichen deiner Wiederkunft?
Diese Frage findet sich in Matthäus 24, 3, und Markus 13, 4.

Also für die Jünger war klar, der Herr Jesus Christus war nun das erste Mal gekommen. Er wird ein zweites Mal kommen. Aber sie wollten wissen, wie kann man die Zeit erkennen, wenn dieses Ereignis kurz bevorsteht.

Und so fragen sie auch viertens: Was ist das Zeichen des Abschlusses der gegenwärtigen heilsgeschichtlichen Periode. Sie fragen, was ist das Zeichen der Vollendung des Zeitalters? So muss man das übersetzen, wenn es da im Griechischen heißt. In der Fußnote habe ich das angefügt, syntheleia tu aionos. Luther hat falsch übersetzt, also an dieser Stelle falsch; er hat eine ganz gute, wunderbare Übersetzung gemacht, aber das war nicht richtig hier. Er übersetzt das Ende der Welt. Aber dieser Ausdruck muss in einem jüdischen Kontext verstanden werden. Die Rabbiner unterschieden nämlich zwischen diesem Zeitalter, in dem wir leben, hebräisch, Ha'olam HaSzeh und dem kommenden Zeitalter, Ha'olam Ha-Bah, in dem der Messias sein Weltreich nach Daniel 7, 13 und folgende aufrichten wird. Und es ist so auch im Neuen Testament wird die Unterscheidung von einem gegenwärtigen und einem zukünftigen Zeitalter in Bestätigung der rabbinischen Sicht ausdrücklich gelehrt. Zum Beispiel Matthäus 12, 32, Markus 10, 30, Lukas 18, 30 und Epheser 1, 21. Die jünger wollten also wissen, was ist das Zeichen, wenn diese Zwischenzeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen des Messias zum Abschluss kommt. Was ist das Zeichen, wenn dann wirklich das messianische Reich anbrechen soll? Nun, der Herr Jesus gibt Antworten auf alle diese Fragen. Und so ist diese Endzeitrede sehr, sehr bedeutsam. Sie macht eben auch klar, die Endzeit hat nichts zu tun mit dem Weltuntergang, sondern einfach mit dem Ende dieser langen Zwischenzeit zwischen dem ersten und zweiten Kommen des Messias. Es ist das Ende dieser Zwischenzeit, das ist die Endzeit. Aber weil die Jünger eben auch Fragen hatten im Blick auf die Zerstörung des Tempels, die ja eigentlich noch in ihrer Zeitperiode stattfand, später im Jahr 70. So beantwortete der Herr Jesus eigentlich Dinge in Bezug auf die Anfangszeit dieser Zwischenperiode zwischen dem ersten und zweiten Kommen und in Bezug auf die Endzeit. Und es ist so, zwei der vier Fragen beziehen sich auf die Anfangszeit - wann wird die Zerstörung des Tempels stattfinden, was wird das Zeichen der Zerstörung sein - und zwei beziehen sich auf die Endzeit - was ist das Zeichen seiner Wiederkunft, was ist das Zeichen des Abschlusses des gegenwärtigen heilsgeschichtlichen Zeitalters. Nun, der Herr Jesus beantwortet in allen drei Evangelien die Fragen 3 und 4. Er sagt, endzeitliche Zeichen deuten das Ende der langen Periode zwischen dem ersten und dem Zweiten Kommen des Messias an. Und zwar spricht er als erstes über Massenkriege. Nation gegen Nation, Königreich gegen Königreich. Ihr werdet von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Das sind Massenkriege. Und dieses Phänomen wurde zum ersten Mal so schrecklich Realität ab 1914. Das war das war Mal, dass ein Krieg stattgefunden hat in der Menschheitsgeschichte, bei dem alle fünf Kontinente betroffen waren. Und man hörte eben von Kriegen in unmittelbarer Nähe und auch von solchen ganz weit weg - Kriegsgerüchte. Das zeigt die Ausdehnung dieser Kriege. Und dann ist ja im 20. Jahrhundert noch ein Zweiter Weltkrieg gekommen. 1939 bis 1945. Das hat alles in den Schatten gestellt, was je zuvor geschehen ist in der Weltgeschichte. Aber der Herr Jesus spricht, ganz kurz gesagt, über Massenkriege - mit anderen Worten, Weltkriege - Revolutionen – man bedenke, dass die russische Revolution grade 1917 ausgebrochen ist, die hunderte von Millionen Menschen in das Gefängnis des Kommunismus gebracht hat. Hungersnöte waren Folgen der Weltkriege. Seuchen - die Spanische Grippe grade am Ende des Ersten Weltkrieges mit 70.000.000 Toten. Erdbeben - gerade in dieser Zeit gab es ganz verheerende Erdbeben. Vor dem Ersten Weltkrieg und nach dem Ersten Weltkrieg wieder. Und dann begannen die Christenverfolgungen in den kommunistischen Ländern. Auch davon spricht der Herr Jesus <dann werden sie euch überliefern und euch töten.> Er spricht von falschen Propheten, Zeichen und Wunder, massenweisem Abfall vom Glauben. Vom Überhandnehmen der Gesetzlosigkeit. Und im Lukas Evangelium sogar noch von Sturmfluten und Schreckensereignissen - Terrorismus. Die Antworten auf die Fragen 1 und 2 finden sich in Lukas 21, 12 bis 24. Nachdem der Herr über die Endzeit gesprochen hat, sagt er plötzlich <Vor diesem allem aber>, und dann spricht er über die Verfolgung der ersten Christen, so wie sie in der Apostelgeschichte beschrieben wird. Der Herr Jesus sagt, <Sie werden euch vor Statthalter bringen und vor Könige.> Und das ist genau geschehen. Zum Beispiel Paulus war vor dem Statthalter Felix, dann war er vor dem Statthalter Festus. Der Herr Jesus sagte, <vor Könige> in der Mehrzahl. In der Apostelgeschichte 27 steht Paulus vor König Agrippa, einem Unterkönig des Königs der Könige in Rom. Aber weil er sich berufen hatte auf den Kaiser, kommt er dann nach einer langen Schiffsfahrt im Jahr 60 nach Rom. Ist dort zwei Jahre Gefangener, um dann schließlich vor Kaiser Nero zu erscheinen. Und dann sagt der Herr Jesus <Und wenn ihr Jerusalem umzingelt seht von Heerscharen, dann sollt ihr wissen, dass die Zerstörung nahe ist.> Und tatsächlich, im Jahr 68 haben die römischen Legionäre ihre Lager rund um Jerusalem aufgestellt und dann war klar für die Judenchristen, jetzt kommt das Ende Jerusalems und des Tempels und sie haben, wie es dort in Lukas 21 steht, die Flucht ergriffen und konnten alle in Sicherheit gebracht werden in Pella. Keiner kam dann bei der späteren Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 ums Leben. Weil sie eben auf diese Prophetie gehört haben. Also man kann sagen, der Herr Jesus spricht in der Ölbergrede nicht nur über die Endzeit, wie man so oft sagt, sondern er spricht über die Anfangszeit und über die Endzeit. Aber: diese Rede über die Anfangs- und Endzeit eröffnet der Herr Jesus mit einer allgemeinen Warnung, Matthäus 24, 4-6 <Und Jesus antwortete und sprach zu Ihnen: Sehet zu> - oder passt auf - <dass euch niemand verführe, denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen, ich bin der Christus.> Christus ist griechisch für Messias <und sie werden viele verführen.> Und dann sagt er <Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören.> Dann kommt das erste Zeichen der Endzeit und das wird eigentlich gegenüber dieser allgemeinen Warnung mit dem Wörtchen aber abgesetzt. Markus 13, Vers 5 <Jesus aber antwortete ihnen und fing an zu reden. Sehet zu, dass euch niemand verführe, denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen, ich bins. Und sie werden viele verführen. Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören werdet, so erschreckt nicht.> Auch da wird das erste Endzeitzeichen abgesetzt durch das Wort aber Lukas 21, 8 <Er sprach, aber sehet zu, dass ihr nicht verführt werdet, denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen, ich bins und die Zeit ist nahe gekommen.> Das heißt, die Zeit der Erlösung für das jüdische Volk. Die Zeit des messianischen Reiches <Gehet ihnen nun nicht nach. Wenn ihr aber von Kriegen und Empörungen hören werdet>, also kriegen und Revolutionen - auch das wird wieder abgesetzt mit dem Wörtchen aber. Nun, daraus folgt die falschen Messiasse bilden eigentlich das Bindeglied zwischen der Anfangszeit und der Endzeit. Der Herr Jesus kündigt also an, dass viele falsche Messiasse kommen werden. Aber das erstreckt sich von der Anfangszeit bis in die Endzeit. Was sind die Kennzeichen?

Erstens: Sie geben sich als der verheißene Messias aus. Ich bin der Christus bzw. Messias oder einfach ich bins.

Zweitens: Sie behaupten, dass nun die messianische Heilszeit anbrechen wird. Die Zeit ist nahegekommen.

Drittens: Sie werden viele verführen.

Viertens: Der Herr warnt seine Jünger diesen Messiassen zu folgen.

Nun, die Jünger sind interessante Zuhörer. Sie waren einerseits Juden, aber gleichzeitig waren sie Messiasgläubige. Also das, was eigentlich heute einen Christ ausmacht. Ein Christ ist jemand, der an Christus glaubt, Christus nachfolgt. Und so hat eigentlich diese Warnung des Herrn eine Bedeutung für Juden, aber auch für Christen. Und wir werden sehen, diese falschen Messias, die im Judentum aufgetreten sind - ich werde mich auf diese beschränken heute - die waren auch eine Gefahr für die Christenheit. Und wir werden also die komischsten Geschichten heute Morgen hören. Ich lese eigentlich nicht gerne Romane. Wieso soll ich eine Geschichte lesen, die sowieso nicht stimmt, die irgendwo nur in einem Gehirn stattgefunden hat beziehungsweise eben nicht stattgefunden hat. Aber wir werden Geschichten hören, die sind komischer und  querer als viele Geschichten, die selbst ein krankes Gehirn sich ausdenken könnte. Also das nur so als Vorwarnung. Tatsächlich traten in den vergangenen 2000 Jahren mehr als 50 Messias auf. Wodurch unzählige Menschen verführt wurden. Das Studium der Erfüllung von Matthäus 24, 5 und den Parallelstellen in Markus und Lukas hilft im Licht des Wortes Gottes Prinzipien der Verführung aufzudecken, um sich so besser davor schützen zu können. Und der schlimmste Verführer steht noch aus - das ist der Antichrist. Der in Jesaja 57, 9 einfach König genannt wird, weil er Herrscher sein wird in der Endzeit vor dem Kommen des Herrn Jesus in Macht und Herrlichkeit in Israel. Auch in Daniel 11, 36-39 wird er schlicht der König genannt. 2. Thessalonicher 2, 1-12 bezeichnet ihn als den Menschen der Sünde, den Sohn des Verderbens. Der sich über alles erhebt und sich selbst in Gottes Tempel setzen wird. In 1. Johannes 2, 18 sagt der Apostel <Ihr habt gehört, dass der Antichrist kommen wird.> Das Wort Antichrist bedeutet der, der gegen den Messias, gegen Christus ist (anti = gegen), aber gleichzeitig bedeutet im griechischen anti auch anstatt. Und so bedeutet das auch, er wird sich an die Stelle des Messias setzen und sagen, ich bin der verheißene Erlöser. In Offenbarung 6, 1-2 wird der Antichrist beschrieben als ein Reiter auf einem weißen Pferd. Und damit ahmt er eigentlich das Kommen des Herrn Jesus dann in Kapitel 19, 11 und folgende nach, wo der Herr aus dem Himmel mit einem weißen Pferd kommen wird. Dann in Offenbarung 13, 11 das Tier aus der Erde, das mit dem heidnischen Herrscher des Römischen Reiches, dem Tier aus dem Meer, zusammenarbeiten wird, sein Propagandameister sein wird. In Offenbarung 16, 13 wird er genannt, wie in Offenbarung 19, 20 - der falsche Prophet. Der Messias sollte ja König, Priester und Prophet sein. Und so ist der Messias der falsche Prophet. Der falsche Priester, der sich aber in den Tempel Gottes setzen wird –  2. Thessalonicher 2. Und der ist auch der falsche König. Aber wohl uns, wenn wir den wahren Erlöser kennen und dass wir so singen können wie in dem Lied ‚Welch ein Freund ist unser Jesus.‘ Wo es am Schluss einer Strophe heißt ‚Fliehen zu ihm wir im Gebet, so ist uns Jesus alles: König, Priester und Prophet.‘ Der Antichrist wird aber kommen erst nach der Entrückung der Gemeinde, denn nach 2. Thessalonicher 2 wird der Heilige Geist, der jetzt das Böse in seiner letzten Entfaltung noch zurückhält weggehen und dann kann er offenbar werden. Er könnte schon leben, aber niemand kann es wissen, wer es ist. In Offenbarung 3, 10 verheißt der Herr Jesus, dass die Gemeinde in die Stunde der Versuchung nicht hineinkommen wird, sondern davor bewahrt bleibt. Aber nichtsdestotrotz sind eben in dieser ganzen Zwischenzeit unzählige falsche Messiasse – Antichristen - gekommen. Lukas 17, 22 der Herr Jesus hat auch früher mal ganz ähnliche Dinge über die Zukunft gesagt, da lesen wir <Er sprach aber zu den Jüngern, es werden Tage kommen, da ihr Begehren werdet einen der Tage des Sohnes des Menschen zu sehen und ihr werdet ihn nicht sehen. Man wird zu euch sagen, siehe hier oder siehe dort. Gehet nicht hin. Folgt auch nicht, denn gleich wie der Blitz blitzend leuchtet, von einem Ende unter dem Himmel bis zum anderen Ende unter dem Himmel, also wird der Sohn des Menschen sein an seinem Tag.> Der Herr Jesus erklärt, wenn er wiederkommt, wird er nicht mehr so kommen wie das erste Mal, wo er in einem Raum zu sehen war als Kind. Da konnten die Hirten hingehen. Sie wussten, es ist ein Kind in Windeln gewickelt, <siehe hier>. Oder später, wo der Herr Jesus auftrat in der Öffentlichkeit als Prediger, konnte man sagen, <siehe dort, er predigt>. Es wird nicht mehr so sein. Wenn er kommt, wird er kommen, so klar und so eindeutig wie der Blitz am Himmel. Und er wird kommen auf den Wolken des Himmels. Aber wer eben nicht glaubt, dass der Messias schon gekommen ist, der ist und war immer gefährdet, hineinzufallen auf irgendein Kind, das geboren wird oder auf irgendeinen Prediger, sei es in der Wüste oder irgendwo in einer Synagoge oder unter freiem Himmel.

Nun, auf dem Skript folgt eine Liste falscher Messiasse. Ich habe nicht geschrieben, Liste der falschen Messiasse, denn diese 51 sind einfach die Wichtigsten, aber es waren noch ein bisschen mehr. Und es ist auch nicht so, dass wir wirklich sicher sein können, dass wir alle falschen Messias heute noch kennen. Zum Beispiel Rabbi Mosche ben Maimon. Das war der größte Rabbiner im Judentum im Mittelalter. Er schrieb an die Gemeinde im Jemen im 12. Jahrhundert einen Brief, Iggeret Hatemani. Die hatten dort das Problem mit einem falschen Messias und er musste ihnen erklären, dass das wirklich ein falscher Messias sei, den sie dort haben. Sie sollen ihm nicht folgen. Und dann erzählt er noch verschiedene andere Geschichten von Messiassen, die schon früher aufgetreten sind. Und da haben wir plötzlich Zeugnisse über Leute in diesem Brief, die wir sonst gar nicht kennen würden, hätten wir nicht die den Brief Iggeret Hatemani, Ich habe ihn übrigens mitgenommen. Kann man vielleicht nachher mal anschauen. Sefer Iggeret Hatemani - ist ein ganzes Buch, das war aber ein Brief. Und zwar ist er hier hebräisch und jiddisch wiedergegeben. Es war so ein schöner Bund vor kurzem in Kanada, da bin ich im jüdischen Quartier in Montreal in einen Laden gegangen und dann habe ich gefragt (?) Iggeret Hateman?  Und die sagten Ken - ist schön, wenn man in Kanada einfach Hebräisch sprechen kann. Und ich habe ihn eben auf jiddisch und hebräisch so gekriegt. Ganz interessant, weil Mosche ben Maimon dort auch eingeht auf Daniel 9. Und er sagt es hat uns Daniel die Wissenschaft der Zahlen mitgeteilt. Es geht um die Prophetie mit den Jahrwochen, die 69 Jahrwochen, bis der Messias kommt, dann getötet wird, und dann wird Jerusalem und der Tempel zerstört. Und er sagt aber, diese Zahlen sind uns verborgen. Wir können das nicht verstehen und darum haben die früheren Rabbiner - gesegneten Andenkens – gesagt, man solle diese Rechnung nicht nachrechnen, weil man sonst die einfachen Leute im Volk zu Fall bringt, wenn sie feststellen, diese Zeiten sind abgelaufen und der Messias ist nicht gekommen. Das steht da drin. Und wenn man diese Zahlen nachrechnet, kommt man genau auf die Zeit Jesu, und zwar auf die Zeit im Jahr 32, als er am Palmsonntag, zwei Tage vor dieser Rede auf dem Ölberg nach Jerusalem eingezogen ist. Und das ist doch schon eindrücklich. So klar kann bewiesen werden und dazu noch 300 weitere Prophezeiungen über den Messias, die der Herr Jesus erfüllt hat. Der Messias ist schon längst gekommen. Aber er sagt, es ist uns verborgen. Wir verstehen diese Dinge nicht, die Zahlen sind abgelaufen, der Messias ist nicht gekommen. Und darum hatten sie das Problem dauernd mit den falschen Messiassen. Nun gehen wir durch diese Liste hindurch. Wir können natürlich in zwei Stunden nicht 51 falsche Messiasse behandeln. Ich habe aber am Schluss auf die Literatur hingewiesen. Ganz besonders empfehlenswert ist das Buch von. J. Rabow, 50 Jewish Messiahs - also 50 Jüdische Messiasse - Jerusalem 2002. Das hat ein Jude geschrieben. Und er sagt, eigentlich sind diese Geschichten bei uns im Judentum weitgehend unbekannt. Was man vielleicht kennt, ist gerade noch Shabbetai Zwi und Bar Kochba. Aber all die anderen kennt man nicht. Und warum nicht? Er sagt „Wir schämen uns! Und diese Scham hat dazu geführt, dass wir dieses Thema total verdrängt haben.“ Und weil es im Judentum verdrängt wurde, ist es auch im Christentum kaum bekannt, diese Geschichten. Und ich denke, das ist auch der Grund, warum das Thema so interessiert. Weil effektiv nie viel darüber gesprochen wird. Dann gibt es aber auch auf dem Internet zwei interessante Seiten, wo man manche Informationen findet. Das eine ist die Seite der Jewish Encyclopaedia. Da findet man einen Teil dieser Messiasse.

Nun, mit einem ersten möchte ich beginnen mit Theudas, der in den Jahren 44 bis 46 aufgetreten ist. Also, etwas mehr als 10 Jahre nach dem Herrn Jesus, aber die Jahre von Daniel waren bereits abgelaufen. Er führte eine Volksmenge zum Jordan und versprach, das auf seinen Befehl hin der Jordan sich teilen werde. So wie bei Josua 3. Und so wollte er dieser Volksmenge den Durchgang durch den Jordan gewähren, um quasi zu zeigen, jetzt ist die Zeit, wo wir das Land wieder bekommen, so wie damals unter Josua, und die Römer werden dann verschwinden. Jetzt kommt die Zeit der Erlösung. Aber - die Römer haben das beobachtet, der Prokurator Fadus, ein Nachfolger von Pontius Pilatus, sendet die Armee. Es kommt zu einem plötzlichen, unerwarteten Überfall mit vielen Toten. Viele werden gefangen, Theudas wird verhaftet, dann geköpft und sein Kopf wird nach Jerusalem gebracht. Die Bewegung ist vorbei. Übrigens, dieser Theudas darf nicht verwechselt werden mit einem Theudas, der schon viele Jahre früher aufgetreten war und erwähnt wird in der Apostelgeschichte 4. Aber das war eben auch ein gebräuchlicher Name Theudas. Der zweite Messias ist der Messias aus Ägypten, der zwischen 52 und 58 auftrat. Genau wie Theudas wird auch dieser bei Josephus Flavius in seinen Werken beschrieben. Das war ein Jude, der kam von Ägypten, wo es ja viele Juden gab damals. Und er sagte, ich bin ein Prophet. Nun, der Messias musste ja der Prophet sein nach 5. Mose 18, 15. Und er sagte „Kommt mir nach.“ Eine ganze Volksmenge versammelt er in der Wüste und führt sie dann zum Ölberg. Östlich von Jerusalem. Diese ganze Volksmenge stellt sich auf. Damit zeigt er, ich bin wie Moses; ein Prophet gleich Moses - 5. Mose 18, 15 - sollte der Messias sein. Ich bin wie Mose, der das Volk aus der Wüste führt. Und dann sagte er, auf dem Ölberg werde ich dann befehlen und die Mauern Jerusalems werden fallen wie bei Josua. Und dann werden wir die römische Herrschaft in Jerusalem beseitigen und das Regiment übernehmen. Dann wird die messianische Zeit anbrechen. Übrigens, im Hebräerbrief wird ja erklärt, dass der Herr Jesus der, wahre Messias, größer ist als Mose - Hebräer 3. und dann Hebräer 4 - größer als Josua. Also diese Bezüge zu Mose und Josua, die sind schon wichtig. Aber was ist dann geschehen? Die riesige Volksmenge ist mit dem ägyptischen Messias auf dem Ölberg. Das gefällt natürlich den Römern nicht. Das war damals unter dem Prokurator Felix, der ja in der Apostelgeschichte erwähnt wird. Er sandte die Reiterei und Fußtruppen. 400 Mann wurden erschlagen, 200 in Gefangenschaft gesetzt. Der Prophet entkam und wurde nie mehr wiedergesehen. Eine Anzahl der Anhänger rief allerdings das Volk zum Aufstand gegen die Römer auf. Die haben Dörfer, jüdische Dörfer, die nicht mitmachen wollten, verbrannt und geplündert. Aber dann wars vorbei. Wir kommen schon zu drittens, dem Namenlosen Propheten - um 58 bis 60. So in diese Zeit fällt das. Er versprach Befreiung und Freiheit, wenn man ihm in Wüste folge. Merken wir immer wieder das gleiche Motiv? Dass eben an Mose anspielen sollte, der das Volk aus der Wüste in den Segen führen sollte. Das war damals unter den Prokurator Festus, der ja auch in der Apostelgeschichte erwähnt wird. Paulus war ja im Gefängnis in Caesarea unter Felix und dann auch unter Festus. Der sendet die Kavallerie und Fußtruppen. Und es scheint, die haben dann den Propheten selbst und auch seine Nachfolger umgebracht. Auch diese Geschichte wird erzählt bei Josephus Flavius in seinen jüdischen Altertümern. Dann kommt viertens Menachem der Galiläer, der um 66 auftrat. Er wird auch beschrieben bei Josef Josephus Flavius im Jüdischen Krieg. Er war ein Nachkomme von Judas dem Galiläer. Dieser frühere falsche Messias der im Jahr 6 nach Christus schon aufgetreten war, wird in Apostelgeschichte 5, 36 namentlich genannt. Nebst einem Theudas, der schon davor aufgetreten war, aber eben nicht verwechselt werden darf mit diesem Theudas, den ich als Nummer eins hier beschrieben habe. Ja, es geht mir nicht darum, um die Messiasse zu beschreiben, die vorher gekommen sind, sondern die, die nach dem Kommen des Herrn gekommen sind. Es gab eben auch Falsche schon früher. Und der Herr Jesus hat ja erklärt in Johannes 10, wo er sich als den guten Hirten vorstellt, wie eben alles Räuber waren, die, die früher schon gekommen waren vor ihm. Also Menachem der Galiläer war ein Nachkomme - nicht der wohl der direkte Sohn, sondern der Enkel von Judas, dem Galiläer. Er raubte Waffen aus dem Herodes Palast in Massada, bewaffnete, so seine Nachfolger, kam dann als König gekleidet nach Jerusalem, belagerte Jerusalem und eroberte mehrere kleinere römische Festungen, tötete den Hohenpriester Ananias. Das ist dieser ruchlose Ananias aus Apostelgeschichte 23, 2. Paulus stand ja vor diesem Hohenpriester und sagte ihm, „du getünchte Wand“. Und der wurde - kann man sagen - einige Jahre nachdem Paulus eben vor ihm war, wurde der so umgebracht durch einen falschen Messias. Dann zog Menachem - sein Name bedeutet übrigens Tröster - so mit königlichem Pomp in den Tempel ein. Aber ein jüdischer Führer namens Elyasa griff ihn zusammen mit der Volksmenge an, mit Steinen. Menachem flieht, er wird verfolgt und seine Nachfolger auch, viele werden erschlagen, Menachem entkommt nach Ofla, wird aber später trotzdem noch verhaftet, gefoltert und schließlich getötet. Auch seine Führer, die unter ihm standen, wurden getötet. Dann haben wir als Nummer fünf Jonathan den Weber, der auftrat um 72. Also nach der Zerstörung Jerusalems. Aber dumm - nach Daniel 9 musste der Messias kommen vor der Zerstörung Jerusalems. Ja, also er kam nach der Zerstörung Jerusalems aber ziemlich knapp danach ja - kleine Verspätung. Er wird auch bei Josephus Flavius im Jüdischen Krieg erwähnt. Er verführt eine große Volksmenge armer Leute in Kyrene, also in in Libyen. Dort trat er auf. Er wurde nicht in Bethlehem geboren. Aber das ist für falsche Messiasse ja offensichtlich nicht so wichtig, wie wir auch weiter sehen werden. Er führte seine Nachfolger, diese große Volksmenge, in die Wüste, natürlich in die Libysche Wüste. Und wollte ihnen dort Zeichen und Wunder zeigen. Natürlich wieder wie Mose. Vornehme Juden waren besorgt, informierten den dortigen Landpfleger Catullus. Dieser greift Jonathan und seine Leute an, die unbewaffnet waren. Es gab viele Tote, viele Gefangene. Jonathan entkommt, aber später wird er trotzdem noch verhaftet. Und damit war diese Bewegung auch wieder vorbei. Nun kommt unter sechstens - der falsche Messias Lukuas im Jahr 115. Er wird in verschiedenen Quellen beschrieben. Zum Beispiel bei Apian von Alexandria, bei dem römischen Geschichtsschreiber Cassius Dio in seiner Römischen Geschichte und so weiter. Er war der Anführer im Aufstand der Juden gegen die Römer. In Pyrenäa, also wieder in Libyen, aber auch in Ägypten und auf der Insel Zypern. Jahre waren vergangen seit dem Untergang Jerusalems und des Tempels, und nun versuchten die Juden im Ausland einen Aufstand gegen die römische Herrschaft zu machen. Kaiser Trajan war damals an der Macht, er schickt Markus Turbo als General mit römischer Flotte, Kavallerie und Fußtruppen. Es gibt Hunderttausende von Toten unter den Juden. Der Kaiser befürchtete, es könnte nun auch noch in Mesopotamien, also im heutigen Irak, in Babylonien, könnte es auch noch einen Aufstand geben unter den Juden dort. Und so lies er vorsorglich unzählige Juden auch dort umbringen. Und so wurde auch dieser Anlauf unter Lukuas eben grausam niedergeschlagen. Aber es kochte weiter im Judentum. Und so trat siebtens auf unserer Liste Bar Kochba auf. Und zwar um 132 herum trat er auf. Er wurde vielleicht etwa um 100 geboren. Rabbi Akiwa, das war damals der größte Rabbiner des Judentums bezeichnete Bar Kochba als Melekh Maschiach, König Messias. Und das gab ihm natürlich das Ansehen im gesamten Judentum, außer bei den messianischen Juden, die wussten, der Messias ist gekommen, wir haben damit nichts zu tun, die haben sich auch nicht beteiligt an dem folgenden Aufstand. Bar Kochba war ein sehr schlauer militärischer Taktiker und er operierte von der Wüste aus,. Von der judäischen Wüste aus. Gegen die Römer hat der gewaltige Erfolge - übrigens im Nachhinein nach den Entdeckungen der ersten Qumran Höhlen in der judäischen Wüste hat man in einem weiteren Ort in der judäischen Wüste eine Höhle entdeckt, auch wieder mit Manuskripten und da hat man originale Briefe von Bar Kochba entdeckt. Die er damals in dieser Zeit des Aufstandes gegen die Römer geschrieben hatte. Und sein Name Bar Kochba heißt übrigens Sohn des Sternes (Sternensohn) und wurde dann aufgefasst als eine Anspielung auf 4. Mose 24, 17, wo Bileam sagte <Ich sehe ihn aber noch nicht jetzt. Es geht hervor ein Stern aus Jakob und ein Zepter erhebt sich aus Israel.> Da wird also von einem Stern, der aufgeht, in Verbindung mit dem Kommen des Herrschers, des Messias gesprochen. Und er sagte, ich bin nun dieser Stern. Er konnte nicht einen Stern von Bethlehem vorweisen wie der Herr Jesus. Ja, also Bar Kochba, der Sternensohn organisierte einen erneuten Aufstand gegen Rom. Und wegen der Erfolge wurden bereits im Jahr 132 Münzen gedruckt mit der Aufschrift Jahr 1 der Erlösung. Erlösungen sind die Zeit des Messias, wenn das jüdische Volk aus aller Drangsal befreit wird, um in den Frieden einzugehen. Aber die Römer und der Kaiser Hadrian hatten so genug von den Juden. Das war ein brutaler Krieg sondergleichen mit 580.000 Toten. Und Cassius Dio sagt als römischer Geschichtsschreiber wohl noch ebenso viele starben durch die Folgen von Hunger und Pest. Über 1.000.000 Tote. Herr Jesus sagte, <Sehet zu, dass niemand euch verführe. Viele werden unter meinen Namen kommen.> Grauenhaft. Wenn man denkt schon über 1.000.000 sind umgekommen bei der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 - wieder über 1.000.000. Und dieser Hunderttausenden in Libyen, Ägypten und Zypern. Jerusalem wird nach diesem Krieg durch die Römer wieder neu aufgebaut, bekommt einen neuen Namen - Elia Capitolina. Das ist also die Stadt für Jupiter und dem Kapitol. Ein Jupitertempel wird auf dem Tempelplatz gebaut, um die Juden wirklich eben zutiefst zu demütigen und zu ärgern. Und er ließ sogar den Tempelplatz durchpflügen. Das wurde ja nicht gemacht, weil die Zerstörung im Jahr 70 und erst da erfüllte sich die Prophetie aus Micha 3, 12 <Darum wird euretwegen Zion>, das ist der Tempelberg, <als Acker gepflügt werden und Jerusalem wird zu Trümmerhaufen und der Berg des Hauses zu Waldeshöhen werden.> Da erst hat sich diese Prophetie erfüllt. Den Juden wurde der Zugang in die Stadt verboten. Wir kommen zu Nummer 8. Der Moses-Messias von Kreta. Er trat auf, um 440 nach Christus. Es war eine besondere Zeit - im Jahr 395 wurde das Römische Reich gespalten. In ein West- und ein Ost-Römisches Reich. Es gab harte Unterdrückung der Juden in Kreta durch Kaiser Theodosius. In Talmud findet man die Behauptung - die sich allerdings nicht auf die Bibel abstützt - eine rabbinische Rechnung. Der Messias kommt 85 Jubeljahre nach der Erschaffung der Welt. Also jedes 50. Jahr ist ja in der Bibel ein Jubeljahr in der jüdischen Rechnung. Also 85 * 50 Jahre, dann kommt der Messias und da rechnet man natürlich mit der jüdischen Jahrzählung ab Erschaffung der Welt. Wobei zu sagen ist, diese Chronologie hat ein Problem, weil dort bewusst gewisse Zeiten weggelassen sind, zum Beispiel die 70 Jahre der Gefangenschaft werden nicht gerechnet. Darum ist auch die heutige Zählung immer noch nicht bei 6000, sondern einige Jahrhunderte weniger, weil gewisse Zeiten nicht mitgerechnet werden. Also es geht schon gar nicht auf mit diesen Zahlen ab Erschaffung der Welt zu rechnen. Aber mit dieser Rechnung kam man also für die Zeit der Erlösung auf die Jahre 440 bis 490. Das ist die letzte 50 Jahrperiode, die 85. Und es gab auch eine populäre Voraussage unter den Juden. Das Exil seit dem Jahr 70 wird nicht länger dauern als 400 Jahre. So wie Israel in Ägypten war. Auch das ist ein Fehler, denn diese 400 Jahre in 1. Mose 15 erwähnt, die beziehen sich bereits ab der Zeit von Isaak bis dann zum Auszug aus Ägypten. Ich verweise auf den Bibelstudientag über die Chronologie des Alten Testaments, wo wir das alles ganz genau durchgerechnet haben. Aber sie sagten sich, ja also 400 Jahre, dann ist eigentlich so 470 sollte die Zeit der Erlösung sein, wo die Juden wieder zurückkehren aus der Zerstreuung ins Land der Väter. Und unter den Heiden gab es die Prophetie, das Römische Reich sollte nicht länger dauern als 1200 Jahre. Wir haben im Lateinunterricht gelernt, wann ist Rom gegründet worden? „753 Rom schlüpft aus dem Ei.“ Aber unser Lateinlehrer damals – ein ganz gemütlicher, alter Österreicher - der uns auch erzählt hat, wie er unter Hitler im Gefängnis war und so. Der hat uns dann gesagt, aber es stimmt sicher nicht. Also die Zeitrechnung stimmt garantiert historisch nicht, aber das war die übliche Rechnung und darum 753 bis 447. Das gibt diese 1200 Jahre, also da muss das römische Reich dann untergehen; und jetzt ist schon gespalten. Man sieht so gewisse Anspielungen an biblische Realitäten. Man wusste, bevor der Messias kommt, da gibt es ein Chaos unter den Völkern. Und so dachte man, das ist es jetzt. Und dieser Messias namens Moses trat also auf der Insel Kreta auf, reiste herum und predigte und sagte, ich werde wie Mose  - 5. Mose 18, 15 - ein Prophet gleich dir. Werde ich das Mittelmeer spalten und die Juden heimführen aus Kreta direkt ins Heilige Land. Trockenen Fußes. Er sagte, die Juden können das Geld, das sie haben, ihm abgeben, das braucht man im messianischen Reich nicht mehr. Das haben Sie auch gemacht. Und viele haben ihre Arbeit aufgegeben, vernachlässigt, ganz im Widerspruch zur Lehre im Neuen Testament – 2. Thessalonicher, 3 - da waren ja Thessalonicher, die arbeiteten nicht mehr, profitierten von anderen JA. Und Paulus sagt <Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.> Und er sagt nicht, in der Endzeit gilt das dann nicht mehr, ja. Dann kam der große Tag, da haben sie sich versammelt auf den Klippen an der Küste Kretas zum Mittelmeer und der Messias Moses erklärt, ihr müsst aber euren Glauben unter Beweis stellen. Das Meer wird sich erst spalten, wenn ihr im Glauben runter springt. Aber er sprang nicht als Erster. Er stand dahinter und die sprangen massenweise von den Klippen runter und viele ertranken, da man nicht in der Primarschule gelernt hat zu schwimmen. Und so viel ertranken, erschreckte kretische Fischer sind mit ihren Booten gekommen und haben noch manche retten können. Mose, der dahinterstand, verschwand mit dem Geld und wurde nicht mehr gesehen. Aber viele kretische Juden sind dann Christen geworden. Eindeutig, aber völlig enttäuscht. Wir gehen noch ein bisschen weiter. Der Messias von Syrien. Dieser Mann trat um 643 auf. Und zwar in der Stadt 48:50 Er sagte ‚Ich bin der Messias‘, er gewinnt 400 Nachfolger und wollte mit ihnen einen militärischen Aufstand machen. Die lokale Regierung reagierte, alle wurden getötet, der Messias wurde gekreuzigt. Aber dann wars vorbei. Gehen wir noch weiter zu 10 - Abu Isa von Isfahan, Persien. Er trat auf 684 bis 705. War ein armer Schneider mit seinem wirklichen Namen Itzak Benjakow, also Isaak, Sohn von Jakob. Er trat auf als Prophet in Isfahan, Persien und bringt neue Gebote. Strenge, asketische Gesetze. Interessant in 1. Timotheus, 4 warnt der Apostel Paulus vor betrügerischen Geistern, Lehren von Dämonen, die in Heuchelei Lügen reden, verbieten zu heiraten, gebieten, dass man sich von Speisen enthalten soll. Ja, für den Menschen sieht das irgendwie frommer aus Askese. Und er sagt, dämonische Geister können solche Lehren bringen. Und das hat natürlich die Leute beeindruckt. Er verbot überhaupt Fleisch essen, starker Alkohol wird verboten, die Scheidung wird grundsätzlich abgeschafft. Also auch nicht in gewissen Ausnahmefällen. Der Jesus sagt Ja in Matthäus 5 es gibt einen Ausnahmefall aufgrund von Hurerei. Aber wenn Hurerei nicht vorliegt, ist die Ehe vor Gott unauflösbar. Aber er sagt grundsätzlich nicht mehr. Er sagt, Ihr sollt nicht dreimal am Tag beten, sondern siebenmal am Tag. Und dieser Mann konnte Bücher schreiben, obwohl er angeblich ein Analphabet war. Das könnte natürlich so eine Anspielung sein an Mohammad, der ja kurz zuvor aufgetreten war in Arabien. Und der sagt ja auch, er sei Analphabet und trotzdem, das sei das Wunder, konnte er die Offenbarung des Koran in einem solch schönen Arabisch bringen. Also das war für viele ein Beweis. Der Mann kann Bücher schreiben, obwohl er gar nicht schreiben kann. Und das war nun ein ganz ökumenischer Messias. Übrigens Abu Isa  wie er genannt wurde, heißt Vater von Jesus, Isa ist die koranische Form für Jesus. Also Abu Isa sagte, Jesus und Mohammad seien wirkliche Propheten gewesen. Seine Nachfolger sollen bitte auch das Neue Testament und den Koran lesen. Die Nachfolgeschaft entwickelt sich zu einer riesigen Armee. Die kommt von Persien hinüber nach Bagdad, der Sultan ist in Bedrängnis und bittet die Rabbiner im Irak in Babylonien, sie sollen doch bitte prüfen, ob das wirklich der Messias sei. Diese intellektuellen Lehrer - das ist ja so, die Rabbiner nach der Zerstörung Jerusalems bis ins Mittelalter hatten ihr wichtigstes Zentrum in Babylonien. Die größten Rabbiner waren dort und darum heißt ja der Talmud, der dort geschrieben wurde, der babylonische Talmud. Diese intellektuellen Lehrer sagten, natürlich ist das nicht der der Messias, denn der Messias kann ja nicht ein Ungebildeter sein. Muss doch so sein, wie wir, ja. Das kann ja nicht ein Ungebildeter sein - also dieser Mann, der nicht mal schreiben kann. Also eben, weil es ja ein Wunder ist. Der kann nicht der Messias sein. Sie sagten, seine Wundertaten reichen nicht aus. Der Sultan zahlt dem falschen Messias Geld damit er abzieht, aber danach werden die Bagdader Juden vom Sultan durch Strafe finanziell ausgenommen, um das Geld wieder zu erhalten. Aber Abu Isa verbindet sich mit der Revolutionsarmee des Abu Sinwat, also eine muslimische Armee, um die Regierung des Abbasidenreiches damals - das muslimische Abassidenreich zu stürzen. Es gelingt aber nicht, Abu Isa wird verhaftet und getötet. Aber viele Nachfolger glauben das nicht. Sie glauben nicht, dass dass er gestorben ist und sagten, er kommt wieder. Es gibt noch während 300 Jahren Nachfolger von Abu Isa und dann stirbt auch diese Bewegung. So, jetzt haben wir Pause nötig. Und zwar 10 Minuten angesichts der Tatsache, dass noch so viele falsche Messiasse auf der Liste sind.

Wir fahren jetzt weiter mit Nummer 11 auf unserer Liste. Serenus von Syrien. Er trat um 720 auf. Er war ein syrischer Christ. Trat aber zum Judentum über. Verführte ein jüdisches Mädchen aus Sumaria. Dafür wurde er öffentlich zur Schau gestellt, zurechtgewiesen. Und dafür schwor er sich Rache an den Juden. Und er hatte eine ganz eigenartige Art von Rache entdeckt. Er wurde ein Messias. Er predigte in Mardin Syrien, also im syrischen Kurdistan. Gewann viele Nachfolger. Es war damals eine Zeit gewaltiger, militärischer Siege der Muslime über das byzantinische, christliche Reich. Und so war das für die Juden gewissermaßen eine Zeit des Chaos, was für sie bedeutete - weil im Talmud Sanhedrin steht, bevor der Messias kommt, wird die Welt ins Chaos stürzen; das ist die Zeit des Messias - und genau in dieser Zeit tritt dieser Serenus auf. Er schafft biblische Gebote ab. Und das kann natürlich so begründen, wenn der Messias kommt - das weiß man im Judentum - wird er ein neues Gesetz bringen. Zum Beispiel im Kommentar zu Prediger in Midrasch Kohelet wird gesagt, die Thora, die wir in dieser Zeit lernen, kann man nicht vergleichen mit dieser Thora, die der Messias bringen wird. Und es war ja klar, nach Jeremia 31, 31 in der Zeit der messianischen Herrschaft wird Gott mit Israel einen neuen Bund schließen, der nicht mehr so sein wird, wie der alte Bund damals am Sinai. Aber was das bedeutet, das ist noch eine andere Frage und er schafft einfach so Gebote ab. Erstens vorgeschriebene Gebetszeiten strich er. Er strich auch verschiedene Vorschriften des Kaschruts, also der Reinheitsvorschriften beim Essen - was ist koscher, was nicht. Er schaffte auch die rituelle Reinheit gemäß 4. Mose, 19 ab, wo gesagt wird, wenn man einen Toten berührt, ist man unrein als Jude und muss ein Ritualbad nehmen. Er schaffte auch die Gesetze zum Eheschluss ab. Das hat ihm natürlich speziell gepasst, oder? Mit seiner Vergangenheit. Und er versprach, es wird einen Flug geben für alle Juden nach Israel. So wie das steht in Jesaja 60, wenn sie in der Endzeit zurückkehren, werden sie heim fliegen. Jesaja 60, 8 <Wir sind diese, die wie eine Wolke geflogen kommen und gleich Tauben zu ihren Schlägen.> Dann wird von der Rückkehr aus der Ferne gesprochen und so sagte er, alle werden diesen Wunderflug bekommen durch ihn. Es gab Nachfolgeschaft nicht nur in Syrien, sondern auch unter den Juden in Spanien und Frankreich. Reiche Juden kamen und gaben ihm ihren Reichtum, weil er ja nicht mehr nötig sein wird im messianischen Reich und die wollten alle auch mitfliegen. Da wurde die muslimische Regierung in Syrien auf diese Situation aufmerksam, das war für sie ganz komisch, dass da Leute dermaßen Geld abgeben. Und so beschlagnahmten sie den Besitz der Nachfolger, verhafteten Serenus und später wurde er getötet und schon war es wieder vorbei. Unter 12 haben wir Yudghan von Hamad - „gh“das ist das arabische „chrein“, kann man zuerst mal üben. Ganz, ganz weit unten in der Kehle. Yudghan von Hamad, Persien. Er trat um 800 auf. Er hat überhaupt nicht die Idee, er sei ein militärischer Führer. Er nannte sich der Hirte. Der Sand, der Antichrist wird auch in Sacharja 11 am Schluss genannt <Der törichte Hirte> im Gegensatz zum guten Hirten. Also er will keine militärischen Aktionen, lehrt Askese - man denke wieder 1. Timotheus 4, viele Leute fallen auf solche Dinge herein. Man denkt, das muss ein heiliger Mann sein. Man sollte fasten, sich enthalten, er schafft den Sabbat ab - einfach so. Die jüdischen Festtage. Stirbt aber später eines natürlichen Todes und die Bewegung lebt noch 100 Jahre weiter und geht auch dann unter. 13. Messias Mushka, trat um 850 auch in Persien auf, aber er war wieder vom militärischen Prinzip überzeugt, führt seine Nachfolger in Kriegen und fällt selbst in seiner letzten Schlacht bei Kum. Danach erwähne ich einfach so im Vorbeigehen, 14. Menachem aus Kasachstan, trat um 1000 auf. Dann der Messias von Leon in Spanien 1060, dann Ibn Ayre von Cordoba, Spanien um 1100. In dieser Zeit trat auch im Irak ein Messias namens Chadd, auf. Später, um 1120, kam ein falscher Messias in Marokko auf. Das war Moshe al Dar’l. Dann kam ein ungelehrter Messias auf im Jemen um 1192. Und unter 20. haben wir David Alroy von Kurdistan. 1120 bis 1147. Er wurde geboren als Menachem Ben Schlomo al Duci in Ahmadiyya Kurdistan. Sein Vater behauptete schon, er sei Elia, der Endzeitprophet. David, sein Sohn war intelligent, gebildet, schön, charismatisch, das heißt so eindruckerweckend für die Öffentlichkeit mit seiner Ausstrahlung. Er wurde ausgebildet bei den großen Rabbinern der Gaon Akademie in Bagdad. Er lernte also Thora, aber auch säkulare Studien und lernte auch Magie. In dieser Zeit hatten ja die Juden schon viel gelitten unter den Kreuzzügen aus Europa und unter muslimischen Massenabschlachtungen. Und für sie war das die Überzeugung, wir sind im Chaos der Endzeit. Also es ist Zeit für den Messias. Aber merken wir – ständig sind es so ein oder vielleicht zwei so Dinge, die könnten so in diese Richtung hinweisen und für sie ist das schon der Beweis, jetzt sind wir in der Endzeit. Und dann immer wieder auch diese falschen Berechnungen. Aber wenn wir das Vergleichen mit heute, wo wir 150 klare Prophezeiungen aufweisen können, die auf die Endzeit Bezug haben und sich alle erfüllt haben seit die Juden zurückkehren ins Land der Vorfahren 1882. Das ist doch schon etwas ganz anderes. Und so muss man argumentieren, wenn Ungläubige sagen, ja, die Menschen haben schon immer gedacht, es sei jetzt Endzeit; ja, ja, das ist so. Aber schauen sie mal die Argumente an, das ist ja so flach, so stupid und trotzdem sind viele darauf hineingefallen. Er sagte, dieser David, ich bin der Messias. Er gewann viele Anhänger und sagte, ich will Juden nach Israel bringen, aber sie sollten jetzt zuerst fasten und viel beten als Vorbereitungen. Er wurde vom Sultan verhaftet. Aber er prophezeite, dass er in drei Tagen wieder erscheinen werde. Und tatsächlich, nach drei Tagen war er wieder da. Irgendwie sei er auf magische Weise aus dem Gefängnis entkommen, die Wächter seien gelähmt gewesen. Sieht man diese Imitation der Befreiung von Petrus in Apostelschichte 12. Und die Armee hat ihn dann verfolgt bis zum Fluss Gosan. Dort habe er sein Halstuch genommen, ausgebreitet und sei auf dem Halstuch über den Fluss gefahren. Die Armee musste traditionell hinübergehen, musste also sich Boote beschaffen. Aber David war schon längst ab. Er sei übernatürlich, nach Ahmadiyya in seinen Geburtsort entkommen, dort gab es eine revolutionäre Muslimebewegung, die ihm helfen wollte, gegen die Christen und gegen die muslimische Regierung vorzugehen. David lädt die Juden aus Mossul im Nordirak ein, aus Persien und aus Aserbaidschan. Sie sollen mit ihm in den Krieg ziehen und dieser Krieg wird letztlich zurückkehren, nach Jerusalem führen. Ohne Problem erobert er die Stadt Ahmadiyya, seine Geburtsstadt. Aber dann droht der Sultan von Persien. Er werde alle Juden in Persien töten, wenn David nicht aufhöre. Die persischen Juden sagten natürlich, David ist nicht der Messias. Ein anderer Sultan - Sun Alvin, das war eigentlich ein judenfreundlicher Mann - der wollte den Juden helfen. Er versprach dem Schwiegervater von David 10.000 Goldstücke, wenn er David tötet. Und der gibt ihm Alkohol, bringt ihn bis in die Trunkenheit und enthauptet ihn, als er im Bett schlief, im Bett lag. Der Sultan von Persien bekommt Davids Kopf, war aber nicht zufrieden damit. Er verhaftet und bestraft die Nachfolger von David und die Juden müssen 100 Talente Gold als Strafe bezahlen. So hat wieder ein Messias geendet. Wir haben gesehen, es hat es schon gegeben, dass ein Messias einfach so natürlich gestorben ist und viele Messiasse wurden gestorben, aber David hat geschafft im Bett und zugleich durch Ermordung zu sterben. Gehen wir noch ein bisschen zurück. Als man zu seinen Lebzeiten in Bagdad von David gehört hatte, war man begeistert über diesen Messias, der Wunder tut. Und da fälschten zwei Juden einen Brief von David, in dem er angeblich sagte, in einer bestimmten Nacht werdet ihr nach Jerusalem fliegen, auf Engelsflügel. Die Juden in Bagdad machten sich spezielle Kleider, sorgten sich um die Säuglinge. Wie soll das gehen, sollen die Säuglinge in den Armen der Mütter sein oder sollen die Engel das in die Arme nehmen? Und sie dachten, nein, es ist besser, wenn die Mütter das nehmen. Sie fragten sich auch, wie soll das gehen in Jerusalem? Werden sich die Familien dort wieder finden? Die Juden gaben den beiden falschen Briefschreibern ihr Geld ab. Und in der bestimmten, festgesetzten Nacht waren sie alle auf den Dächern. Warteten, bis sie geholt werden und nach Jerusalem fliegen würden. Sie warteten bis es Morgen wurde und der Traum von der Erlösung vorbei war. Also was auch auffällt, offensichtlich hat der Satan ein Interesse, das Volk der Juden, das auserwählte Volk lächerlich zu machen. Förmlich in den Schmutz zu ziehen durch diese hinterhältigen Verführungen. Man stelle sich vor, was das für ein Zeugnis war für die Menschen darum herum - das ist das auserwählte Volk? Schaut mal was die glauben.

Wir kommen zu 21 - Abraham Abulafia aus Spanien, 1240 bis 1291. Er wurde geboren in Aragon, Spanien, kam aus einer reichen Familie. War ein gelehrtes Wunderkind. Also es gibt nicht nur jüdische Wunderkinder, die gut Geige spielen können, sondern es gibt eben auch solche, die außerordentlich intellektuell sind als Kinder. Das war er. Er entwickelte die okkulte Lehre der Kabbalah. Die Kabbalah ist ja ein okkultes System, das so schön fromm bemäntelt ist. Aber in Wirklichkeit geht das bis in die schwarze Magie hinein. Wirklich was ganz Schlimmes. Der entwickelt die Kabbalah weiter. Sein Leben besteht aus drei Phasen, im Weiteren, die immer mit einer Vision beginnen. In der ersten Vision bekam er den Ruf 1271 in Barcelona. Und aufgrund dieses Rufes, aufgrund dieser Vision reist er herum im Mittelmeerraum und lehrt. Später bekam er wieder eine Vision - 1280. Er war damals in Capua, Italien. Und behauptete, Gott habe ihm den Auftrag gegeben, den Papst Nicola den Dritten zum Judentum. Zu bekehren. Er geht nach Rom, bekommt Audienz beim Papst und erklärt ihm, er müsse sich bekehren und Jude werden. Nicola III. ist natürlich empört, massiv ablehnend. Abulafia wird zum Tod durch Verbrennung am Pfahl verurteilt. Drei Tage später war der Papst tot. Durch einen plötzlichen Krankheitsschlag. Abulafia kann die katholische Kirche überzeugen - das war Gottes Gericht über den Papst. Der Papst wird begraben, Abulafia entlassen. Und dann predigt er in Sizilien. Der dritte Ruf kam in Messina, Sizilien. Und da wurde ihm in der Mission erklärt, er sei der Messias. Die Zeit sei jetzt da, um nach Jerusalem geführt zu werden. Seine Befreiung vom Tod überzeugte seine Nachfolger. Das ist wirklich der Messias. Und noch etwas sein Geburtsdatum war ja speziell. Das Jahr 1240 war in der jüdischen Zeitrechnung das Jahr 5000. Aber wie gesagt, die jüdische Zeitrechnung lässt ja gewisse Zeiten weg. Es ist gar nicht das Jahr 5000. Aber, nach der offiziellen Zählung ist es das Jahr 5000. Das beeindruckt natürlich. Abulafia benutzt eine populäre Voraussage. Die besagte im Judentum, die Erlösung werde kommen, im ersten Jubeljahr nach dem Jahr 5000. Also 1240 plus 50, das gäbe 1290 - wieder eine andere Rechnung. Ja, wir haben ja schon eine andere gesehen und so glaubten sie also, bis 1290 wird die Erlösung kommen. Seine Nachfolger machten sich in den 1280er Jahren bereit. Sie kauften den Besitz, gaben die Arbeit auf - immer das gleiche Strickmuster. Aber der führende sephardische Rabbi – die sephardischen Juden, das sind die Juden von Spanien, die aber dann geflüchtet sind nach Nordafrika, darum nennt man das die sephardischen Juden -, der führende sephardische Rabbi, Rabbi Salomon Ben Abraham Adred von Barcelona kurz Raschbar genannt, sagt, er ist nicht der Messias. Abulafia verzieht sich nach Kemmuna, einer maltesischen Insel, hört auf mit seinem Messiasleben, schreibt mystische Bücher, kabbalistische Bücher im Jahr 1290 geschieht keine Erlösung und er stirbt im Jahr 1291 und so ist es vorbei. Aber der spielt bis zum heutigen Tag in der Kabbala eine wichtige Rolle. Ein solcher Verführer.

Dann kommt Samuel von Ayllon aus Spanien 1290. Nissin Ben Abraham wieder in Spanien 1295. Moses Bottarel auch in Spanien - fällt auf, wie oft in Spanien - 1393. Rabbi Joseph Caro, Spanien 1488 bis 1505. Wieder im Jemen kommt ein Messias 1495. Dann Asher Lemmlein in Reutlingen geboren, tritt auf um 1500 bis 1502. Übrigens interessant, der Herr Jesus wird in der Offenbarung 28 mal genannt Arnion mit Verkleinerungsform und das heißt eigentlich Lämmlein. Und vom Antichrist heißt es in Offenbarung 13, 11 <er sieht aus wie ein Lämmlein.> Dieser falsche Messias hieß sogar Asher Lemmlein. In Reutlingen geboren, trat dann aber auf in Venedig.

Jetzt kommen wir zu Shlomo Molkho aus Portugal, 1500 bis 1532. Merken wir was das für eine Zeit ist? Das ist die Zeit der Reformation. Aber bevor ich mit ihm beginne, muss ich einiges erzählen über seinen Propheten. David Reuveni. Eine ganz seltsame Gestalt, die plötzlich in der Geschichte auftaucht. Und niemand weiß wirklich, woher der Mann kommt. Und was sein Hintergrund genau ist. Angeblich, er behauptet es wenigstens, kam er aus Arabien und er hatte wirklich eine dunkle Haut, war ein ganz kleiner Mann - man nannte ihn sogar Zwerg. Um 1523 kündigt er in Gaza die Erlösung an. Betet und fastet in der Machpela Höhle in Hebron. Das ist die Höhle von Abraham. Die Begräbnishöhle. Betet und fastet in Jerusalem beim Tempelberg und erklärt den Moslems dort, jetzt bin ich euer Herr, nicht mehr Mohammed. Angeblich habe sich die Richtung des Halbmondes an der Moschee geändert, und das war für ihn ein Hinweis. Jetzt solle er auch in seinem Leben die Richtung ändern, und zwar in Richtung Europa. Er soll zum Papst gehen. 1524 - merken wir, das ist gerade nach der Exkommunikation von Luther - kommt er nach Rom. Reitet auf einem weißen, wunderbaren Araber. Und kriegt eine Audienz bei Papst Clemens dem siebten. Erhält von ihm sein Vertrauen und seine Unterstützung. Er erzähl ihm, ich bin der jüngere Bruder von Joseph. Das ist das Haupt des Stammes Ruben. Er ist König über die zehn verlorenen Stämme. Ha, das war auch in Europa ein Thema. Wo sind eigentlich die zehn Stämme hingekommen, was ist aus denen geworden? Jetzt kommt einer und sagt, sein Bruder ist König der zehn Stämme. Und er erklärt, ich bin General von den Stämmen Ruben, Gad und dem halben Stamm Manasse. Und zwar in Arabien. Dort ist die Armee stationiert, aber sie bräuchten eigentlich noch moderne Waffen. Dann würden sie das Osmanische Reich der Türken, das im ganzen Nahen Osten herrschte, würden sie stürzen unter Suleiman dem Prächtigen. Das war ja der Sultan, der 1517, also im Jahr der Reformation die Stadtmauern von Alt-Jerusalem aufrichten ließ, so wie sie heute stehen. Er würde also den Suleiman, den Prächtigen stürzen und so das Heilige Land befreien. Und dann könne der Messias kommen. Der Papst findet das super. Nicht, weil er auf den Messias wartet, sondern er denkt ha, das, was die Kreuzzüge nicht konnten, die konnten ja ihre Macht nicht halten. Nach 100 Jahren wurden sie aus Jerusalem wieder rausgeschmissen. Das können wir mit denen zusammen machen, super. Reuveni hat sogar eine Strategie. Er sagte, die zehn Stämme, die werden von hinten angreifen, während die katholische Armee, die sollte von vorne frontal kommen. Das fand der Papst super. 1526 geschieht etwas Besonderes; der Papst musste noch ein bisschen überlegen und schließlich gibt er ihm einen Empfehlungsbrief aus dem Vatikan nach Portugal, um zum König Joao zu gehen. Also nach Portugal. Und da macht David Reuveni einen triumphalen Einzug 1526 nach Portugal. Aber das war ja die Zeit der Inquisition, wo die Juden massiv unterdrückt wurden, und die wurden gezwungen, Christen zu werden. Diese gezwungenen Juden-Christen nannte man Marranos. Und nun kommt dieser Prophet nach Portugal. Die Marranos dachten wow, das bringt uns Befreiung. Das ist der Messias, denken Sie. Er sagt nämlich selbst, er stamme von David ab. Er wohnte dann beim Königsbruder in Portugal, bei Kardinal Don Henrique. Und der König beschließt, ich will helfen. Acht Schiffe geben wir den zehn Stämmen und 4000 Kanonen. Viele Marranos wollten in dieser Zeit wieder Juden werden, aber das war ja bei Todesstrafe verboten. Und so klagt plötzlich der König David an, du willst eigentlich nichts anderes als die Marranos wieder zurück bekehren. Nein, nein, das will ich nicht. Aber dummerweise der Königliche Ratssekretär Diogo Pires hat in dieser Zeit eine Vision, und in dieser Vision erfährt er, er sei der Messias. Und nennt sich von da an Shlomo Molkho, Salomo der König. Reuveni muss erfolglos gehen. Reist herum, steigert dadurch das messianische Fieber unter den Juden. Bekommt aber Unterstützung vom Papst. Und so tut er sich schließlich trotzdem zusammen mit Shlomo Molkho. Um die Unterstützung von Kaiser Karl V. zu bekommen, das war ja der große Kaiser, der die Reformation unterdrücken wollte, aber glücklicherweise in dieser Zeit ständig durch die Moslems bedroht war. Und dadurch konnte im Schatten dieser katholisch-muslimischen Konfrontation konnte die Reformation schön aufblühen in Europa. Also wenn man sich das vorstellt, was da zusammenhängt - und diese Dinge haben wir nie in der Schule gehört. Das ist schon komisch, wie ein weißer Fleck. Also er will zum Kaiser Karl V. gehen, das war ja der Kaiser des Heilig Römischen Reiches. Stellen Sie sich vor, jetzt kommt der Prophet und der Messias, die kommen zum Kaiser des Römischen Reiches. Beide werden verhaftet und der Inquisition in Spanien übergeben. Es ist nicht klar, was aus David Reuveni geworden ist. Ob er getötet wurde oder zwangsbekehrt. Also plötzlich kommt wieder der Schleier der Geschichte über diese eigenartige Person. Shlomo Molkho  - er beeindruckte auch Papst Clemens den siebten. Er war eigentlich ein geborener Marrano. Und als er sah, dass er der Messias ist, wollte er sich von David, den er damals in Portugal kennengelernt hatte beschneiden lassen. Aber David wollte nicht, und so hat Shlomo Molkho selber beschnitten. Und hat dann erzählt, er sei in einer unglaublich kurzen Zeit geheilt worden. Das war ein messianisches Wunder. Und er musste dann eben auch aus Portugal fliehen - 1525. Wie David lebte er asketisch, predigte Juden und Christen als falscher Messias. Wie der Herr sagt er seinen Jüngern, die Juden und Christusgläubige waren <gehet ihnen nicht nach.> Er predigt also Juden und Christen, studierte Kabbala – man merkt wie oft dieser direkte Zusammenhang da ist - gewannen viele Anhänger, weissagt die Erlösung auf 1540. Reist in Europa herum. Immer mehr Christen und Juden wollen ihn hören, konnten aber unter Verdacht als abgefallener Marrano. Er will dann zum Papst gehen, so wie David einige Jahre es zuvor gemacht hatte, aber er kam nicht wie David in Prunk mit einem Araberpferd, sondern er ging nach Rom und lebte 30 Tage als Bettler mit den Kranken und Armen in Rom zusammen. Weil es gab eine rabbinische Tradition, die sagt, der Messias wird ein Bettler sein. Und so kommt er also ganz vergammelt zum Papst. Der ist tief beeindruckt über ihn. Er prophezeit, es wird eine Überschwemmung geben in Rom. Am 30. Oktober 1530 gab es eine Überschwemmung; er sagt, es wird ein Erdbeben geben in Portugal. Geschah im Januar 1531. Und er sagt, es wird ein Komet kommen und der Komet Halley kam ja 1531. Aber die Inquisition verurteilt Molkho. Gegen den Willen des Papstes. Aber der Papst versteckt Molkho im Vatikan. Und ein anderer wird als angeblicher Molkho durch Verbrennung hingerichtet. Natürlich all diese Wunder bestätigen für seine Nachfolger, dass er der Messias ist. Er begegnet dann später David in Venedig und dann kommt eben diese Geschichte, sie gehen zusammen zu Karl V. und das endet nicht so, wie sie das sich erhofft haben. Molkho muss in Ketten zur Inquisition nach Mantua in Italien und der Kaiser macht ihm eine Offerte: Bekehrung - dann kannst du Beamter werden am Hof. Er lehnt ab und wird verbrannt in Mantua 1532.

Dann kommt Ludovico Luis Diaz in Portugal 1540, danach Isaak Luria Ashkenazi in Safed im Land Israel 1534 bis 1572. Chajim Vital Calabrese 1542 bis 1620  - merken wir, wieviele falsche Messiasse genau in der Zeit der Reformation kommen? Und nun kommt Shabbetai Zwi - 1626 bis 1676. Er wurde geboren am 9. Av - das ist der Tag der Trauer und des Fastens um den verlorenen Tempel. Weil der Salomonische Tempel am 9. Av - also im Juli - unterging und auch der zweite Tempel im Jahr 70 ging am 9. Av zugrunde. Und das war in diesem Jahr gerade ein Sabbattag. Also am 9. Av und dann erst noch am Sabbat wird dieser Mann geboren und darum kriegt er den Namen Shabbetai – Sabbatskind. Das ist so wie Domenico, das ist der, der am Tag des Herrn - Domenica geboren ist. ShabbetaiZwi heißt Hirsch. Er studiert Thora und Kabbalah. Mit 15 Jahren zieht er sich in die Einsamkeit zurück, als eine Art Eremit, studiert weiter Kabbalah  - merken wir wieder, spielt wieder eine Rolle. Lebt asketisch. Gewinnt Anhänger, die bei ihm Kabbalah studieren. Und plötzlich spricht er den unaussprechlichen Namen Gottes aus. JHWH wird im Judentum seit der Zerstörung des Tempels nicht mehr ausgesprochen. Man liest in den Synagogen Adonai Herr. Es gibt auch andere Ersatznamen. Das finden wir übrigens auch im Neuen Testament sehr oft, wenn der Name Gottes im Alten Testament vorkommt in einem Zitat, steht im Neuen Testament dafür Kyrios - Herr. Ja, und er spricht diesen Namen aus, obwohl man im Judentum sagte, das wird man erst wieder tun in der Zeit des Messias. Dann darf man den Namen aussprechen, wenn der Messias kommt. Übrigens noch zur Zeit Jesu bei den täglichen Segen haben die Priester im Tempel beim täglichen Brandopfer das Volk gesegnet und den Namen ausgesprochen: Jewarechecha Jahwe Wejischmerecha, also Der Herr segne dich und behüte dich; der Levitische Segen aus 4. Mose 6. Und der Hohepriester hat zehn mal jeweils am Jom Kippur den Namen Gottes ausgesprochen. Er (Anm. Shabbetai) spricht den Namen Gottes aus. Aber danach wird er seelisch ganz instabil. Also irgendein Säkularpsychologe würde sagen, er ist manisch depressiv. Aber wir wissen ja, wie der direkte Zusammenhang sein kann zwischen solchen Erkrankungen und eben Okkultismus. Nicht jede solche Erkrankung hat mit Okkultismus etwas zu tun, aber Okkultismus führt immer wieder zu solchen Krankheitsbildern. Also, zeitenweise ist er wirklich „durch“. Jenseits der Linie und dann zwischendurch hat er wieder Zeiten, wo er ziemlich normal war. Und er behauptete, er könnte schweben in der Luft - also Levitation machen. Allerdings seine Nachfolger können das nicht sehen, weil sie zu wenig rein sind. Und er hat einen süßlichen Geruch, ohne dass er ein Parfüm gebraucht. Das war für viele auch ein Zeichen. Dann heiratet er. Scheidet aber kurz danach wieder, weil er die eheliche Gemeinschaft nicht vollzieht. Was dahinter steckt? Er hatte auf diesem Gebiet, wie wir sehen werden, ein echtes tiefes Problem. Er beginnt, Gebote zu verletzen. Ja, in der messianischen Zeit ändert ja alles. Er sagt, man kann Ritualbäder nicht nur in den Ritualbädern nehmen, sondern auch im See. Er verletzt auch den Kaschrut, also die Reinheitsgesetze, ändert Festtage. Und er sagte, er habe eine ganz enge Beziehung zu Gott. Diese Zeit war eine schlimme Zeit für Juden. Das war ja die Zeit, um 1648 der Chmielnicki-Massaker in Polen, wo hunderttausend Juden umgebracht worden sind. Und das Jahr 1648 ist in der jüdischen Zeitrechnung 5408 und die Buchstaben, mit denen man diese Zahl schreibt sagte man, die weisen hin, die kann man lesen als Ende der Tage. Also wir sind in der Endzeit. Da kommt der Messias. Aber 1651 wird er wegen falschen Lehren in Smyrna aus der Synagoge von den Rabbinern exkommuniziert, ausgeschlossen. Er wandert durch Griechenland und die Türkei. Aber in Thessalonich, in Griechenland, schockte er die Rabbis. Jetzt heiratet er zum zweiten Mal. Aber nicht eine Frau, sondern die Thora. Setze sich also unter das Hochzeitsdach, den Baldachin zusammen mit einer Thorarolle. Das war natürlich für die Rabbiner eine Blasphemie, eine Gotteslästerung. Er wird fortgejagt, wandert dann durch Konstantinopel, Smyrna, Rhodos, Kairo und lehrt, Gott erlaubt jetzt alles. Er geht nach Jerusalem 1662, beeindruckt dort die Rabbiner mit seinem asketischen Leben. Danach geht er nach Kairo und heiratet Sarah. Ein polnisches, jüdisches Mädchen. Die angesehen wurde als Hure. Also eine ganz unmoralische Vergangenheit hatte und war eine Wahrsagerin. Die hatte schon als Kind einen Traum, da wurde ihr gesagt, sie werde einmal die Braut des Messias. Alles unglaublich was da abgeht, nicht. Es war also von langer Hand geplant von Satan, dieser Schlag. Am 31. März 1664 geht er nach Palästina, wie man das Land Israel früher nannte in dieser Zeit, um von einem Rabbi, einem  gewissen Rabbi Nathan geheilt zu werden, von seinen psychischen Problemen. Dieser Rabbi Nathan heißt mit vollem Namen Abraham Nathan ben Elisha Hayyim Ashkenazi. Aber kurz, Nathan von Gaza. 1665 trifft er diesen Nathan und der sagt ihm ‚du, ich habe einen Traum gehabt, ich habe den Messias gesehen, sein Gesicht, jetzt kommst du ist genau dein Gesicht. Du bist der Messias!‘ Wow, ich bin der Messias. Er musste ihn noch ein bisschen überzeugen und mit der Zeit glaubte das Shabbetai. Und jetzt wird Nathan von Gaza sein Prophet und verkündigt, das ist der Messias und diese Nachricht wird verbreitet unter den Juden in ganz Europa und im Mittleren Osten. Und ständig warte man in Europa in den Synagogen auf neue Briefe, die wieder neue Wundergeschichten von Shabbetai berichteten. Er sagte zum Beispiel den plötzlichen Tod bestimmter Personen voraus und es sei dann geschehen. Er konnte durchs Feuer gehen. Als er dann wieder in Smyrna war, seiner Geburtsstadt, läuft er dort in königlicher Pracht mit einem Zepter in der Hand herum. Teppiche werden vor ihm ausgerollt, wenn er durch die Straßen geht. Und im Dezember 1665 geschieht etwas ganz eigenartiges. Überall erzählt man Joel 2, 28 erfüllt sich jetzt. Dort wird ja gesagt, für das messianische Reich, das Gott seinen Geist ausgießen wird über alles Fleisch, und sie werden Visionen haben und werden Träume haben und werden weissagen. Plötzlich bricht Massenprophetie aus unter den Juden. Und zwar wie eine ansteckende Krankheit. Also Massenphänomene in Smyrna, Aleppo im Norden von Syrien, Damaskus, in Safed  - Künstlerstadt in Galiläa. Hunderte von Frauen - und sogar Kinder im Alter von 4 Jahren konnte das geschehen -  können plötzlich Hebräisch reden. Aber in der Trance - nicht wie beim biblischen Sprachenreden, wo man eine Sprache beherrschte, konnte und sagen konnte, was man wollte, ohne etwas gelernt hatte. Aber das geschieht in der Trance. In der Trance zitieren die Bibelverse auf Hebräisch und zitieren Sätze aus dem Sohar. Der Sohar ist das wichtigste Buch der Kabbalah. Ja, merkt man, irgendwo wo was faul ist. In diesen Zungenreden wird Shabbetai verkündigt als Messias. Und es gebe nun bald die Rückkehr ins Land der Väter. Shabbetai prophezeit die Erlösung für den 18 Juni 1666. Die Presse in London, in Hamburg, in Amsterdam, in Venedig berichtet dauernd über Shabbetai. Er sorgt für Schlagzeilen in der internationalen Presse. Und zwar einfache und reiche Juden glauben, dass Shabbetai der Messias ist. Es ist also nicht an soziale Schichten gebunden. Und zwar sephardische Juden wie auch die askenasischen Juden, also in Osteuropa (und in Russland), diese schwarz gekleideten, ja. Das sind die Ashkenasi. Also hier ist mal das Judentum nicht getrennt in Sephardi und Ashkenasi. Juden auch in der Türkei, in Palästina, in Persien, Ägypten, in Marokko, Italien, Deutschland, Österreich, Ungarn, Polen, Russland, auf dem Balkan, in Holland, Frankreich. England massenweise geben Juden ihre Arbeit auf, verkaufen oder verschenken den Besitz. Der Synagogen Gottesdienst wird geändert, man führt ein neues Gebetsbuch ein mit einem Bild von Shabbetai. Man beginnt wie verrückt zu fasten, es werden Todesfälle berichtet. Selbstgeißelungen werden durchgeführt und Ritualbäder werden im Schnee durchgeführt, also völlig gegen die Anweisungen im Judentum in Seen. Und viele glauben, dass sie bald auf Wolken nach Israel reisen werden. Von Russland aus, Polen, Deutschland. Und darum gab es viele Leute, die freuten sich jedesmal wenn sie eine Wolke sahen. In London gab es viele Juden, die aus Vorteilsgründen Christen geworden waren und die bekehren sich wieder zurück ins Judentum. Es gibt überall riesige Festveranstaltungen wegen Shabbetai, wo der Messias gefeiert wird und man kann sich vorstellen 1666 das Jahr. Die große Aufregung weltweit ab Januar. Shabbetai, hört man, mache sich jetzt auf. Er gehe nach Konstantinopel. Um vom Sultan Mehmed dem vierten die Herrschaftskrone über Palästina und alle Länder des türkisch- osmanischen Reiches - das den ganzen Nahen Osten beherrschte - in Empfang zu nehmen, um sodann König in Jerusalem zu werden. Jerusalem war ja auch unter der Herrschaft der Türken, der Osmanen. Man hörte auch in Europa die Nachricht, eine riesige Armee - jetzt weiß man schon woher - der 10 Stämme ist in Bewegung in Arabien. Da kann man sich die Spannung vorstellen. Was wird geschehen? Aber  Shabbetai geht nach Konstantinopel. Aber bevor er dahin kommt, wird er durch den Großwesir Achmed Coprulu  - den Großwesir des Sultans - gestoppt. Und zwar als er noch auf dem Schiff war auf dem Meer, Shabbetai wird verhaftet und kommt in den Knast in Konstantinopel. Bald danach wird er allerdings versetzt in die Festung Abidos in Gallipoli. Das war das Gefängnis für hochstehende Menschen. Adlige kamen dorthin, wenn's nötig war. Durch enorme Bestechungszahlung. Die Millionen sind ja nur so geflossen ja, von Europa her. Durch enorme Bestechungszahlungen verwandelt er das Gefängnis in einen Palast. Man muss sich vorstellen, er ist da im Gefängnis, aber er ist da königlich gekleidet. Wunderbare Möbel. Er empfängt tatsächlich Tausende von Delegationen aus der ganzen Welt im Gefängnis. Die kommen dann ins Gefängnis zu ihm aus Persien, Italien, Polen, Deutschland, Frankreich, Holland und so weiter. Shabbetai, der Häftling ist in rot gekleidet mit goldenem Stab. Sitzt da neben einer Thorarolle, auf dem Boden Teppiche mit Gold und Silberfäden eingearbeitet. Goldene Tische mit Edelsteinen, goldenes und silbriges Geschirr mit Edelsteinen. Auch all diese Besuche waren möglich durch Bestechungsgelder. Und es gab sogar Leute, die zahlten Bestechungsgelder, damit sie im Gefängnis bleiben könnten. Bei Shabbetai und so bildeten sie eben die Hofleute im Palast in Gallipoli. Eigentlich habe ich gesagt, das sind ja Geschichten, die kam nicht mal ein krankes Gehirn darauf. Aber das ist so geschehen. Viele sagten, sie haben über dem Gefängnis eine Feuersäule gesehen mit Sternen. Und all diese Botschaften wurden verbreitet. Der Großwesir hat Mörder gesandt ins Gefängnis, um Shabbetai umzulegen. Und die seien, sobald sie in Shabbetais Gegenwart kamen, seien die tot umgefallen. Und die Geschichten gingen natürlich auch alle in die Welt hinaus. Und wieder in dieser Zeit kommt es zu Massenprophetie in Ägypten und Konstantinopel. Also die mussten gar nicht warten auf einen Torontosegen, ja. Das gab es alles schon damals. Massenprophetie in Ägypten und Konstantinopel - immer mehr Anhänger. Aber es gibt auch neue Änderungen. Shabbetai  fährt weiter, schafft Gebote der Thora ab und sagt, alle schweren Sünden sind jetzt erlaubt. Und es ist sogar eine Tugend, wenn man sie tut, so wird die Erlösung schneller kommen. Und dann proklamierte er die Erlösung soll nun wirklich beginnen im September 1666. Jetzt kommt eine eigenartige Wende Eine Rabbi namens Nehemia Cohen sagte, er sei der Messias Ben Joseph. Die Rabbiner sagten, es gibt zwei Messiasse, weil im Alten Testament steht ja von einem leidenden Messias und von einem herrschenden Messias. Zuerst müsse der leidende Messias kommen, der werde sterben und dann kommt der herrschende Messias. Shabbetai sagte, der leidende Messias ist schon gekommen, er ist nämlich bei den Chmielnicki-Massakern ist er umgekommen. Und jetzt kommt plötzlich da ein Rabbi aus Polen, und der sagt nein, ich bin der Messias Ben Joseph. Und er lebte noch. Er ging zu ihm auf Besuch ins Gefängnis und die haben drei Tage lang miteinander debattiert und keiner gibt nach. Und Cohen hat eine Idee: er wird Muslim, geht zum Sultan und sagt ihm, du das mit Shabbetai, das ist alles ein totaler Betrug und erzählt ihm über Unzucht im Gefängnis. Die wohl auch glaubhaft ist, denn viele, viele Juden gaben ihre Mädchen als Hofdamen ihm ins Gefängnis. Er erzählt diese schrecklichen Dinge, die effektiv glaubhaft schienen. Und plötzlich muss Shabbetai ins Gefängnis nach Adrianopel. Da hörte der ganze Pomp auf. Und am 16. September - jetzt kommt die Erlösung ja -, am 16. September war geplant, er muss vor dem Sultan erscheinen. Und er sollte ja die Krone des Sultans bekommen. Und es kam fast so – fast so. Er wird vor die Wahl gestellt, Folter und Tod, oder du wirst Muslim. Er wählt den Islam, wird von da an Mehemed Efendi. Wird eingesetzt als Wächter der Palasttore des Sultans. Und Sarah, seine Frau, wird die Lady Fatima. Anstatt der Krone akzeptiert er einen Turban. Ich hab ja gesagt, es kam fast so. Aber anstatt eine Krone, ein Turban. Das war ein Schock für das Judentum weltweit. Aber auf die Schockphase  - das könnte ein Psychologe wahrscheinlich gerade so beschreiben, das ist normalerweise so, zuerst kommt Schock und dann kommt die Phase des Unglaubens - das kann gar nicht sein, das stimmt sicher nicht, da muss ein Missverständnis dahinter sein. Und alle sagen, nein, das ist ein Trick von Shabbetai, der will so von innen her, der steigt sich ein und will dann die Türken von innen her stürzen. Und andere sagten ein bisschen mystischer: sein Bild hat sich bekehrt, aber seine Seele ist in den Himmel gegangen. Nathan von Gaza kann das mit der Lurianischen Kabbalah erklären. Shabbetai ging jetzt hinab in die Finsternis der Muslimwelt, um dort Erlösung zu schaffen. Also ist unglaublich, wie man da alles drehen kann. Er entwickelt eine Theologie des Widerspruchs, tönt ja gut, ja, eine Theologie des Paradoxon. Dar wird erklärt, wie war das mit Mose? Der war doch zuerst auch im Palast des Pharao, da haben wir doch die biblischen Parallelen. Und Nathan gibt ein neues Datum für die Erlösung heraus: Passah 1667, später September 1667, dann 1668, 1673, 1674, und 1675. Und jetzt, jetzt reicht es. Jetzt machen viele Rabbis, die lange geschwiegen haben, weil sie dachten, wir haben sowieso keine Chance, machen den Aufstand und sagen, das ist ein falscher Messias. Alle Dokumente, die von dieser Sache zeugen, soll man zerstören. Die Scham war ja unglaublich. Man sollte das also nicht mehr wissen in der Nachwelt, alles vernichten. Viele Juden waren finanziell ruiniert und unzählige stürzten in die totale Hoffnungslosigkeit. Aber gewisse Nachfolger wurden auch Muslime wie Shabbetai. Shabbetai hat sich manchmal so aufgeführt wie ein Muslim, manchmal wie ein Jude, und plötzlich wurde einmal gesehen, an einem Synagogengottesdienst: er muss verhaftet werden. Er kommt ins Exil, in die Festung Dulcigno in Albanien und stirbt dort mit 50 Jahren. Aber das Ganze war nicht fertig. Es gab weitere Bewegungen, die sich auf ihn stützen, über Jahrhunderte bis in unsere Zeit. Und so könnte man weiterfahren mit Suleiman Jabal Jemen, Miguel Cardoso in Kreta. Und so weiter.

Diejenigen, die die CD hören, die können einfach eine Mail schicken an [email protected]. Und das Skript der Liste der falschen Messiasse verlangen, dann muss ich das nicht hier alles runter lesen.

Es geht also durch Jahrhunderte hindurch mit diesen falschen Messiassen es kam auch vor, dass einer sagte, Ich bin die Reinkarnation von Shabbetai  Zwi. So ging das. Das geht alles mit Kabbalah, da geht Reinkarnation mit Judentum zusammen. Unglaublich, es ist ein Sumpf, eine Finsternis.

Und zum Beispiel im Jemen, Nummer 49 trat Shukr Ben Salim Kuhayl I auf - 1821 bis 1865. Er ging auch zum Herrscher von Jemen und wollte von ihm die Krone in Empfang nehmen. Und wurde enthauptet. Aber einige Zeit später kam wieder einer und sagte, ich bin Shukr Kuhayl – ich bin auferstanden von dem Toten. Und da konnte man sogar am Hals sehen, da gab es einen Strich rundherum. Konnte man sehen. Übrigens, der Trick mit dem Strich ist ganz einfach; man muss einfach eine Schnur anziehen, eben wieder an die Sonne gehen und dann sieht man den Strich. Es war auch ein bisschen komisch, er sah anders aus als der Frühere, aber offensichtlich war er doch eben Shukr Kuhayl - ich nenne ihn hier römisch 2, damit man ihn doch nicht verwechselt - der 1867 auftrat. Er heiratete dann die Witwe von Shukr Kuhayl dem ersten. Aber auch die fand, er ist wirklich ein bisschen anders als der Erste. Es ist unglaublich. Und im 20. Jahrhundert kommt nochmals ein Messias: Rabbi Menachem Mendel Schneerson in New York. Geboren 1902 und er ist der Leiter der sogenannten Chabad Bewegung. Eine Bewegung, die möchte die Juden weltweit wieder dazu bringen, dass sie wirklich Judentum praktizieren, Gebetsriemen anziehen usw. Die machen so Missionsstände am Flughafen in Tel Aviv, die versuchen sehr aktiv zu arbeiten. Sehen zwar aus wie vor ein paar Jahrhunderten, ja von der Kleidung, sind aber topmodern. Die arbeiten mit Internet und letzter Technologie, haben auch ein ganz fortschrittliches Zentrum in New York. Und Sie sagten, Schneerson ist der Messias. Man machte schon ein Haus bereit in Israel. Er hat nie gesagt, ich bin der Messias, aber er hat auch nie gesagt, ich bin es nicht. Ja, das war sehr spannend. Aber die Nachfolger, „das ist der Messias“. Und er wird dann plötzlich ins Heilige Land gehen. Er war nie in Israel. Er wird nach Israel gehen, in dieses Haus, und dann wird er sich als Messias offenbaren. Und jetzt leben wir ja in der Zeit, wo die Juden zurückkehren ins Land. Jetzt ist klar, jetzt ist Endzeit. Und der Tempelberg wurde erobert 1967. Das ist der Messias. Und sie warteten. In Israel konnte man  - und kann man übrigens auch heute noch - Fotos sehen, aufgehängt in der Öffentlichkeit mit seinem Bild. Schneeerson mit seinem schwarzen Hut und darunter steht auf hebräisch Melek, Maschiach - König, Messias. Aber der alte Mann wurde, wie das so üblich ist, immer schwächer krank und es war absehbar, der wird nächstens sterben. Man dachte in Amerika, dass wird eine Massenhysterie geben und hat viele Psychologen bereit gestellt, dass sobald Schneerson stirbt, dass sie diese Massenhysterie psychologisch auffangen könnten. Der Tag kam. Schneeerson starb. Es gab keine Massenhysterie. Ja, es steht doch in Jesaja 53, der Messias muss sterben. Jetzt ist er gestorben. Aha, Jesaja 53 ist jetzt plötzlich eine messianische Prophetie. Ja, natürlich, das haben die alten Rabbiner ja immer gesagt und steht auch so im Talmud. Erst im Mittelalter, um sich gegen die Argumente der Christen zu wehren, hat man gesagt, nein, nein, dieser leidende Knecht das ist nicht der Messias, das ist Volk Israel, das so viel leiden muss, obwohl in Jesaja 53 steht, dieser Knecht stirbt für die Sünden des Volkes. Also ist er nicht das Volk und es steht, er hat kein Unrecht begangen, kein Trug in seinem Mund gehabt. Und welcher Jude wollte sagen, er hätte noch nie gelogen. Noch nie eine Sünde begangen. Ja, jetzt plötzlich geht das, und sie sagen auch in Daniel 9 steht doch We Maschiach Hikaret We Ainlo- der Messias wird ausgerottet werden und nichts haben. Aber mit ein bisschen Hebräisch Kenntnis müsste man wissen, Hikaret, das heißt wirklich gewaltsam sterben, nicht als alter Mann im Bett. Jetzt geht es so weiter. Sie verkündigen ihn weiter als Messias. Und man hat gewartet  er wird auferstehen. Er ist immer noch nicht auferstanden. Aber es wird ein anderer kommen, der wird alle Messiasse in den Schatten stellen, er wird sogar Feuer vom Himmel herunterkommen lassen. Das war der Beweis bei Elia für den wahren Gott. Er wird sogar ein Bild herstellen, das sprechen kann. Wo sieht man im Hinduismus ein Bild, das wirklich sprechen kann. Man spricht von einem Ganesh ja, der Milch trinken kann. Der Elefantengott – das kam in der ganzen Weltpresse herum. Der habe plötzlich Milch trinken können, dieses Götzenbild. Und dieses Götzenbild wird sprechen können. Also der Herr Jesus hat gesagt in Johannes 5, 43 und damit möchte ich enden. Er sagt den führenden Juden, <Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen und ihr nehmt mich nicht auf. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.> Und so ist es geschehen, wer den wahren Retter ablehnt, der fällt in die dümmste und stupideste Verführung hinein. Und das sehen wir auch heute bei den Menschen in unserer Gesellschaft, die können allen Unsinn glauben, nur nicht das, was in der Bibel steht. Und der Herr Jesus sagt weiter, <Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nimmt und die Ehre, welche von Gott allein ist nicht suchet.> Also der Stolz kann ein großes Hindernis sein. <Meine nicht, dass ich euch bei dem Vater verklagen werde. Da ist einer, der euch verklagt, Moses, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Denn wenn ihr Moses glaubtet, so würdet ihr mir glauben, denn er hat von mir geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?> Also das Alte Testament bezeigt es klar, über 300 Prophezeiungen auf den Messias haben sich in Jesus Christus erfüllt. Der Zeitpunkt ist genau gekommen, er ist gestorben, er ist auferstanden, dann wurde Jerusalem zerstört, der Tempel, die Juden wurden weltweit zerstreut. Und der Herr Jesus hat in Matthäus 24, erklärt die Zeichen, die kommen werden, bevor er wiederkommt. In dieser Zeit, sind wir, aber wir warten nicht auf Mendel Schneeerson, auch nicht auf den Antichristen, sondern auf den Herrn Jesus.