Wilhelm Busch


Im Sturm auf die Kanzel


Meine Begegnung mit der Geheimen Staatspolizei (Teil 2/2)


1965 –

Eine Abschrift nach einem Vortrag von Wilhelm Busch.1


Anmerkung: Ein Überblick zur Geschichte über die Jahren von 1900 bis 2000 inklusive Chronik zum Thema 1. Weltkrieg, Weimarer Republik, NS-Regime, 2. Weltkrieg, Nachkriegsjahre, Geteiltes Deutschland, etc. findet sich unter:
«Lebendiges virtuelles Museum Online» (LEMO) des Deutschen Historischen Museums (DHM): http://www.dhm.de/lemo/home.html

Inhalt

  1. Der junge Lehrer
    1. Wir wissen alles!
  2. Das Flugblatt
    1. Wir haben alles unserer eigenen Wahrheit angepasst
  3. Sturm auf die Kanzel – Kirche in Kreuznach
    1. Ganz alleine
  4. Die Macht der Lüge – die Auflösung des Rechtes
  5. Der Revolver
  6. Wenn das Recht ohnmächtig geworden ist
    1. Jochen Klepper
    2. Ehepaare
  7. Warum darüber reden? - Sind doch längst vergangene Zeiten?!
    1. Erster Grund: Ein Politischer; Demokratisch und völlig legal
    2. Zweiter Grund: Ein geistlicher; Wiederkunft Jesu / Letztes diktatorisches Weltreich
      1. 50, 60, 90% Christentum genügt?
  8. Gott schweigt – Gott redet – keine Zeit
    1. Dann kam Jesus
    2. Menschen?
      1. Heimweh - Gibts eine Welt, wo man nicht Lügt?
  9. Die Bananenschale
  10. Ja oder Nein
  11. Alarm! - Leben Sie denn noch?!
  12. Anhang
    1. Kurze Informationen über Wilhelm Busch
    2. Allgemeine Informationen
    3. Worterklärung

Der junge Lehrer

Also der heutige Abend ist ne Fortsetzung vom letzten Jahr. - Das Thema das mir gestellt wurde war: Erfahrungen mit der geheimen Staatspolizei. Ich geh also mitten rein in ein Erlebnis.

Sehen Sie, als Hitler auf der Höhe der Macht war, vielleicht so '37/'38, fing Eberhard Müller, Doktor Eberhard Müller, den Sie ja kennen von evangelischen Akademien – ähm – an, und sammelte ein Team mit dem er so genannte Evangelische Wochen veranstaltete. «Geistige Auseinandersetzung – ähm – mit den Problemen der Zeit».

Das war unheimlich wie das einschlug. Es war nicht diese Trägheit über allem was heute so da ist über allem geistigen Leben und geistlichen Dingen. - Und weil die Sache so zu nahm, richtete Eberhard Müller es so ein, dass in allen Provinzen Wochenenden - also, evangelische Wochenenden gehalten wurden. Das übernahm ich fürs Rheinland. Veranstalte also so evangelische Samstag, Sonntags in Neuwied, in Kreuznach, in Moers. - Da hatte ich also in Kreuznach eins versanstaltet. Der Mann der mir da zu Hand ging, das war ein junger Lehrer.

An einem Samstag Morgen fahr ich also nach Kreuznach. Und auf einmal, so bei einer Station vor Kreuznach, kommt auf einmal der junge Lehrer in meinen Zug gestiegen. Ganz aufgeregt, und sagt:

«Nehmen sie ihren Koffer – schnell! – und wir gehen in den letzten Wagen!»

Und ich sag:

«Warum? Was ist los? Pour quoi?»

«Ja, also, ich erkläre es ihnen gleich. Hören sie, am Bahnhof Kreuznach ist die Staatspolizei aufgestellt und will sie am Reden verhindern. Wir wissen nicht, ob man sie gleich abschiebt oder verhaftet. Aber, sie haben nicht den Mut – weil so furchtbar viele Leute vom ganzen Hunsrück und aus dem Nahetal gekommen sind – es zu verbieten. Man will stillschweigend sie abschieben.»

Ich sollte am Nachmittag und Abend des Samstag reden, am Sonntag andere. -

«Und dann machen wir es jetzt so: Wir steigen aus dem letzten Wagen aus, und gehen dann in Deckung des Zuges gar nicht durch die Sperre sondern gleich hinten in den Wald.»

Das wurde dann so gemacht. Ich hatte für die 48 Stunden nicht viel Gepäck. Wie der Zug hielt, alle steigen aus. Ähm, wir raus und in Deckung des Zuges über Gleis und Drähte – waren wir dann so im Wald verschwunden.

Und nun machten wir nen grossen Bogen um Kreuznach, und überlegten: Wo gehen wir hin. Zum Lehrer konnten wir nicht, zum Pfarrer zweimal nicht. Natürlich wird die Staatspolizei, wenn ich an der Sperre nicht erscheine, äh, mich in Pfarrhäusern oder bei den Leuten suchen. Dies veranstalten. Wir sagten schliesslich, das beste ist ein grosses Kaffee. Das ist am wenigsten auffällig. Da sind viel Fremde – sind auch viel Fremde gekommen für diese Woche – da wird man am besten untertauchen können.

Während wir also so nun in einem grossen Bogen um Kreuznach uns vor der andern Seite reinschleichen in das Kaffee, mach ich nen kleinen Einschub. Denn das dauerte ja doch ungefähr ne Stunde, nicht wahr?!

Wir wissen alles!

Ein kleiner Einschub. Sie haben ja keine Vorstellung mehr. Was war denn das Geheime Staatspolizei? Sehen Sie das ist das merkwürdige diktatorischen Staaten, dass sie den normalen Rechtsweg, Polizei, Gericht, Gefängnis – nicht mehr genügt. Sondern dass sie einen zweiten Rechtsweg auftun. Geheime Staatspolizei, Gestapo-Gefängnisse, Konzentrationslager.

Diese Staatspolizei die war eine riesenhafte Organisation, die sich wie so ein Oktopus über alles Leben in Deutschland legte. Wir haben uns oft gefragt: Ist die Geheime Staatspolizei, Gestapo genannt, ist sie allwissend oder ist sie es nicht. Sie verbreitet gern den Nimbus:

«Wir wissen alles!» -

Sie wussten viel. Ähm, und sehen Sie, diese Organisation hat ein solches Mass von Misstrauen geschaffen, das können Sie sich gar nicht vorstellen. Da sagt man zum andern nur noch, was die Staatspolizei wissen darf. Das ganze Volk wird zum Heuchler. Das sind die grauenvollen Komplexe und Verbiegungen. Das müssen Sie meiner Generation immer zu gute halten. Die hat also seelische Wunden davon getragen, die gar nicht mehr heilen. Man erlebt mit dieser Staatspolizei merkwürdige Dinge. Ich würde ein kleines Erlebnis erzählen – wir sind immer noch auf dem Weg, wissen Sie zum Kaffee, nicht wahr. Wir haben noch Zeit.

Das Flugblatt

Da sollte an einem Sonntag eine Abkündigung der bekennenden Kirche verlesen werden.

Die Nazis hatten sich aller Organisationen, auch der Kirche, bemächtigt und da war eine bekennende Kirche entstanden, ähm, zu der also Teile der Pfarrer gehörten, Teile der Presbyterien, in Würtemberg ist das nicht scharf gewesen gegenüber uns im Rheinland, nicht wahr, wo wir unsere Gehälter selber aufbringen mussten, und so weiter.

Und da sollte eine Erklärung der bekennenden Kirche vorgelesen werden, gegen die Euthanasie2. -

Das war so durchgesickert. Wir wollten ne Erklärung dagegen abgeben. Und da sollte die Erklärung gleich als Flugblatt in der Gemeinde verteilt werden. Staatspolizei kriegt Wind davon. Am Samstag kommen zwei an. Die kamen immer zu zweit. Einer war der 'dödeliger' Begleiter nicht wahr, der stand so an der Tür und der andere setzt sich auf einen Stuhl in meinem Studierzimmer an meinen Tisch. Und da liegen die Flugblätter – ein ganzer Stapel. Und er stellte sich da hin und legt seine Arm darauf und sagt:

«Herr Pfarrer, haben sie Flugblätter?»

Ich sage:

«Darüber bin ich ihnen keine Auskunft schuldig.» -

«Dann muss ich ne Hausdurchsuchung machen.» -

«Kann ich nicht vermeiden.»

Da guckt er sich so rum. Da sind riesige Bücherschränke. Hinter jedem könnten die Flugblätter sein. Sag ich:

«Ich kann sie beruhigen, sie wissen, ich lüg sie nicht an, da sind sie also nicht. Suchen sie weiter.»

Er steht auf, durchsucht das ganze Haus. Setzt sich dann wieder auf den Stuhl, seinen Arm auf die Dinger und sagt:

«Tja, scheint keine zu haben!»

Ich würde ja glauben, dass das ein freundlicher Mann war, dass er nicht sehen wollte. Aber ich kannte den Burschen! Ich kannte den Burschen! Wen der eins gefunden hätte – also der hätte die Flugblätter und mich mitgenommen. Und sehen Sie, das war das unheimliche. Als sie den Kampf gegen uns eröffneten, da eröffneten sie einen Kampf mit einer Front, wo der lebendige Herr mitspielt. Es heisst in der Bibel, manchmal, nicht wahr, dass Leuten die Augen gehalten wurden. Ich bin überzeugt, dem Mann wurden die Augen gehalten. Er sag nicht was unter seinem Arm lag. -

Wir haben alles unserer eigenen Wahrheit angepasst

Nun es ging nicht immer so herrlich ab. - Wir gehen immer noch zu den Kaffee, ich hab einen Moment Zeit. Das war ein langer Weg. -

Ich hab mich oft gefragt: Warum haben sie gerade uns so gehasst. Und so schrecklich verfolgt. Sie hassten nur, wenn klare biblische Botschaft verkündigt wurde. Denn es ging uns immer mehr auf, dass jedes Wort der Bibel ein Widerspruch war gegen alles was die Leute glaubten!

Und wenn der Satz sie zur Weissglut reizte:

«Du, du nur du bist meine Zuversicht alleine, sonst weiss ich keine.» -

Dann darf ich Sie mal eben fragen wieder:

«Was ist denn Ihre Zuversicht?»

Im Evangelium ? in der Gänze an – oder man muss es hassen. Das geht nicht, wenn man ne Waschechte Geschichte draus macht. Was ist Ihre Zuversicht alleine. Geben Sie sich Antwort! - Aber nun sind wir also in dem Kaffee angekommen. Der Einschub ist zu Ende.

Sturm auf die Kanzel – Kirche in Kreuznach

Wir kommen in das Kaffee, setzen uns in einer Ecke an den Tisch; sind ein paar von den Mitveranstalter dazugekommen. Und nun wird beraten:

«Was machen wir.»

Es kommen Boten und sagen:

«Die Staatspolizei hat sie am Bahnhof nicht gefunden; die haben sich jetzt um die Kirche aufgestellt. Und haben offenbar alle eine Fotografie von ihnen also von mir, um sie an der Kirchtür abzufangen, um sie am Reden zu verhindern.»

Nun wars ne alte Erfahrung, wenn man auf der Kanzel stand, im Talar3, da taten sie nichts. Da hatten sie irgendwie das Gefühl, das numinose: das fürchten wir. Aber an der Tür müssen wir ihn abfangen. Nun, das hab ich verschiedentlich erlebt, dass sie dann an den Türen stehen, rechts und links, Fotografie, jeden vergleichen, nicht?! - Soweit hab ich mich nie herabgelassen, dass ich mir nen falschen Bart angeklebt hätte. Aber beinahe so!

Wurd da beschlossen, wir verkleiden den Pastor Busch. Ich kriegte nen Talar angezogen, in so einem Hinterhof im Kaffee – der wurde mit so zwei Stecknadeln hochgesteckt, dass ich also nur ausziehen brauchte dann viel er mir bis an die Füsse runter. Darüber ein toller Mantel, wissen Sie so ein gelber Kamelhaar-Mantel, eine Schlägermütze, Zigarette links im Mundwinkel – äh, ich sagte:

«Es ist ein bisschen übertieben!» -

«Ja!»,

sagten sie,

«Das kann gar nicht übertrieben genug sein! Sie sehen jetzt aus wie ein SA-Spitzel4!» [Lautes Gelächter im Publikum.]

Und so warteten wir dann ab bis in der Kirche ein bisschen so ein grosser Volksschwarm rein ging. Dann drängte ich mich so rein und die guckten – den Kerl, Schlägermütze, Zigarette. Ich blieb auf der Kirchentreppe stehen und warf die Zigarette in grossem Bogen runter – auf die Idee kamen sie nicht.

Und dann rein, nimm den Mantel, den Hut ab. Zwei reissen diese Nadel raus – und ich die Kanzeltreppe hoch. – Aus...!

Da gaben sie es auf. Und zwei nahmen einen Stuhl, – das war so ne hohe Kanzeltreppe, die ging nicht so rum sondern senkrecht so runter – und setzten sich rechts und links hin. Diese erste Rede konnten sie nicht verhindern.

Und das war schön. Wissen Sie, es ist geistlich eine tote Gegend, nicht so lebendigt wie Würtemberg. Und es war einfach herrlich diese grosse Kirche da in Kreuznach. Voll, in Gängen standen sie. Bauern vom Hunsrück aus dem Nahtal die Weingärtner. Von der Mosel. - Und dann hab ich Evangelium verkündigt.

Und dann hab ichs gesagt, was wir erleben. Dass unser Herz friedlos ist. Bis es Frieden mit Gott hat. Und dazu braucht man den der uns versöhnt, den Herrn Jesus. -

Aber während dem ich da redete, war in meinem Unterbewusstsein, - wissen Sie, das Unterbewusstsein ist merkwürdig, das schafft ja weiter, während man vorne redet. Nicht?! -
? so etwa wie wenn man sagt: du da würden sich die Frauen mal hinsetzen, nicht?
Im Unterbewusstsein war ich dauernd am Wühlen:

«Wie kann ich jetzt entkommen. Ich muss doch am Abend nochmal reden.»

Und da viel mir also ein wunderbarer Trick ein. - Wissen Sie, es ist etwas merkwürdig, dieses Lied:

«Unser Herr eine feste Burg.»

Diese evangelische Nationalhymne, nicht!? Da dachte ich, du das passt da hin wie die Faust aufs Auge. Und ich sagte [zum Organist, er ist in der Kirche ein paar Schritte hinter der Kanzel, auf gleicher höhe wie der Prediger]:

«Und nun wollen wir ganz am Schluss singen: Unser Herr ist eine feste Burg.»

Der Organist war begeistert mit allen vier Registern, alles.

«Wenn sie das Lied singen steht alles sofort auf – sollen wir probieren?»

Und sie stehen prompt auf! Nicht!? Alle standen auf – und die Beamten bemühten sich, auch aufzustehen. Und während dieser 'heiligen Handlung' konnten sie mich nicht gut verhaften. - Ich die Treppe runter und dann stehen sie nicht auf...! - Draussen meinen Mantel, und ich die Schlägermütze – und ich war verschwunden.

Ganz alleine

Dann wirds Abend, so um 17 Uhr wars, ein Herbsttag. Ich konnte jetzt in kein Kaffee mehr gehen. In kein Haus. Das wurde abgesucht. Dann führten sie mich ans Ende des Kuhrparkes. Und da fings an zu regnen. Und da gingen alle wech; damits gar nicht auffiel. Und dann sass ich in der Dunkelheit im Regen und fror. Ganz alleine. Später brachte mir einer in einem Korb ein bisschen was zu essen. Und sehen Sie, damals erlebte ich eine grenzenlose Einsamkeit. Gewiss waren viel Leute gekommen, mir zuzuhören. Aber wer von denen war den bereit, den Herrn Jesus zu bekennen wenn es ernst galt? Da kann einem eine Mutlosigkeit überfallen – Mensch ist doch alles vergeblich! Du kommst doch gegen eine ganze Staatsmacht nicht an. Wenn doch ein Mensch da wäre. - Da lernen Sie beten, können Sie verstehen?

Ich kann noch sagen, am andern Abend bekam ich eine andere Kleidung gebracht, und ging dann ein zweites mal rein und hatte meine Abendversammlung gehalten. Und dann schnappte mich die Gestapo und beschwor mich abzureisen; dann sagte ich, das hätte ich sowieso vor gehabt. Und reiste dann ab, nicht!? - Am nächsten Tag sprachen Leute, die noch nicht weiter, ähm, verdächtigt waren.

Die Macht der Lüge – die Auflösung des Rechtes

Aber lassen Sie mich jetzt mal bei dieser entsetzlichen Einsamkeit stehen. Das war die Lage von Christen mit der Bibel in dem Dritten Reich. Im Grunde war das immer unsere Lage. Die Lage die ich dort in dem Kurpark hatte. Man stand so grenzenlos allein. Und gegenüber: Mauern. Mauern einer dämonischen Macht. Lassen Sie mich so ein bisschen diese Mauern schildern. Da war die Macht der Lüge. -

Es gehörte für mich einfach zum wunderbaren, wie diese Staatspolizei, und auch alles übrige, der Lüge verschworen war. Wissen Sie, darum sind wir so empfindlich, wenn im Bundestag5 gelogen wird. Wenn die Staatspolizei mich verhaftete, das ist ein paar mal passiert, dann kamen zwei Mann, und sagten:

«Wir müssen sie verhören, sie müssen mitkommen.»

Sage ich:

«Sie können mich ja hier verhören.» -

«Nein, sie müssen mitkommen!»

Dann wusst ich das schon, das bedeutet ne Verhaftung.

«Sagen sie, sie sollen mich verhaften. Lassen sie mich noch die Zahnbürste mitnehmen.» -

«Nein, nein! Sie kommen mit, sie sind in ner Stunde wieder hier.» -

Nur eben nach Gelsenkirchen, hätte ich morgens gepredigt.

«Sagen sie doch, sie wollen mich verhaften.» -

«Nein! Wirklich nicht! Ist nur ein Verhör, aber weil sie alle in Gelsenkirchen sind, müssen sie dahin mit!»

Oder in Essen. - Und wenn ich dann reinkam, da lag der rote Schein auf dem Schreibtisch, ich guckte hin: Busch. Ich sagte:

«Das ist ein Verhaftungsbefehl.» -

«Jawohl sie sind verhaftet.»

Ich hab sie mal gefragt:

«Warum lügen sie denn da? Warum sagen sie nicht, wir verhaften dich!»

Da sagten sie:

«Ach wissen sie, dann machen die Weiber so ein Geschrei und die Kinder heulen, das wollen wir immer vermeiden.»

Ich sag:

«Das wissen sie ganz genau, dass meine Frau keine Szenen macht! - Und meine Kinder auch nicht! Das wissen sie ganz genau! Warum lügen sie!»

Und da ging mir auf, blitzartig: Man kann lügen, dass es ne Sucht wird. - Wissen Sie, in der Bibel sagt der Herr Jesus, dass der Teufel – es gibt ein Teufel, glauben Sie mir es – der Teufel ein Vater der Lüge sei. Und mit jeder Lüge laufen Sie in sein Lager, nehmen sie die Hand vom Teufel. -

Und es ist das Merkwürdige, wie man die erste Lüge leicht nimmt, die zweite, wie man richtig lügen muss! Obwohl es gar nicht nötig ist. Vielleicht haben Sie die Erfahrung bei sich schon gemacht. -

Dieses entsetzliche «Lügen müssen» der Leute. Es ging ja bis ins Konzentrationslager, wenn sie die Juden in die Gaskammern trieben, sagten sie:

«Ihr bekommt ein Bad.»

Jeder wusste, dass sie vergast werden. Aber das sagte man nicht, man sagte hier noch, angesicht des Grauens des Todes, jetzt wollen wir euch baden! - Ganz sinnlos! - Man musste Lügen! -

«Wer Sünde tut»,

sagt Jesus,

«der ist der Sünde Knecht.»6

Und nun war das ganze Leben, das öffentliche Leben vergiftet mit dieser Lüge. -

Ich vergesse nicht, dass mein verehrter Professor Heim einmal eine Predigt hielt, über den Psalmtext, «in dem Reich dieses Königs hat man das Recht lieb». - Hat er nur ausgelegt, gar nicht so Seitenhiebe, so wie ich es eben. Da gabs ein riesen Sturm, die wurde beschlagnahmt, wurde verboten. Denn das traf ins Herz. Die Auflösung des Rechtes.

Der Revolver

Ich habe gleich am Anfang, einer der ersten Erfahrungen mit der Staatspolizei, davon einen erschütternden Eindruck bekommen.

Da war ein SS-Mann, den ich kannte. Der war ab und zu in meinem Gottesdienst gewesen, da am Anfang ging das noch. War in Schuld gefallen, er hatte Unterschlagungen gemacht. Ach, wissen Sie, nicht schlimm. Er hatte seiner Truppe da ? Anzüge besorgt. Und an jedem ? Anzug 20 Pfennig verdient. Aber das ging nun nicht. Und da war er verhaftet. Und, nun wünscht er den Pastor Busch. Die Staatspolizei genehmigt das. Ich geh ins Präsidium. Und da sind die Beamten der Staatspolizei, ein paar höhere SS-Führer und sagen:

«Herr Pfarrer, äh, der Mann möchte sie sprechen.» -

«Ja.»,

sag ich,

«Ist nett, dass sie mir erlauben, zu ihm zu gehen.» -

«Also sehen sie, wir können ja kein Verfahren machen, wegen der Sache. Äh, da kriegt er drei Monate. - Aber das ist ja unmöglich. Für den gibts nur einen Weg, der muss sich erschiessen! Wir haben ihm einen Revolver in die Zelle gelegt – und dürfen wir sie bitten, dass sie ihre Seelsorge ganz in der Linie geht, dass sie dem Mann zureden, sich zu erschiessen.» -

Mir grausst. Ich sag:

«Das können sie von mir nicht verlangen.»

Noch einmal wurden sie drohend:

«Wir verlangen von ihnen, dass sie dem Mann zureden, endlich diesen erlösenden Schuss zu tun!»

Ich sag:

«Also was ich in der Seelsorge tue, dass müssen sie mir überlassen!»

Und dann ging ich in die Zelle. Das war entsetzlich. Dieses Loch und da oben ein Licht. So sperrt man Tiere nicht ein. - Dass ich später in genau dieser Zelle wochenlang sitzen soll, ahnte ich damals noch nicht. - Da sass dieser Mann. Verzweifelt. Und auf dem kleinen Tisch, da lag der Revolver.

«Herr Pfarrer, soll ich?!» -

«Nein, du sollst nicht! - Gott will nicht den Tod des Sünders! Sondern er will, dass er lebe! Mein lieber Freund, das heisst aber mal erst, dass du vor Gott Busse tust! Und den annimmst, der das Leben gibt, den Herrn Jesus.»

Das war ne erschütternde Besprechung. Er hat es dann nicht getan, und das war wohl der erste Anlass, dass die Staatspolizei mir böse war, dass ich ihnen den Gefallen nicht tat, den Mann zum Selbstmord zu treiben. -

Wenn das Recht ohnmächtig geworden ist

Aber damals ging mir erschütternd auf: Das Recht ist Machtlos. - Im Propheten Habakuk heissts mal von der Endzeit:

«Keine Sache des Rechtes kann mehr gewinnen.»

Das Recht ist Ohnmächtig geworden. Das ist entsetzlich, wenn das eintritt. Und sehen Sie, so war es nun geworden. Und da standen Christen unsagbar einsam. Und wissen Sie, mit dieser Vereinsamung ging Hand in Hand, manchmal eine tiefe Verzweiflung. Was hab ich in den ersten Tagen, als ich verhaftet wurde, immer für Abgründe von Verzweiflung mitgemacht. -

Jochen Klepper

Ich weiss nicht ob Jochen Klepper7 für Sie ein Begriff ist. Sonst nehmen Sie mal nen Abend für Jochen Klepper. -

Ein Christ, dessen Frau Jüdin war, die konnte nicht mehr ausreisen miteinander.

Er sagt:

«Ich kann nicht dulden, dass meine Frau vergasst wird.»

Er soll gezwungen werden, sich scheiden zu lassen. - Da hat er sich das Leben genommen. Wer mag hier richten. Ich ahne durch welche Dunkelheit der Verzweiflung dieser Mann gegangen ist. -

Ehepaare

Ich lernte eine Frau kennen, der Mann war Arzt. Sie waren glücklich verheiratet. Die Frau war Jüdin. Und dann wird dem Mann gesagt: du musst dich scheiden lassen! - Er lässt sich scheiden. Verjagt seine Frau. Mit der er 30 Jahre glücklich lebte. - Die Frau steht eines Tages vor mir. Welche Dunkelheiten von Verzweiflung – sie ist dann vergasst worden, sie ist abgeholt worden. - Welche Dunkelheiten. -

Lassen Sie mich jetzt wieder mal nen kleinen Einschub machen. - Ne kleine Atempause, nicht? Also ehe ich da weiter mache, von der Einsamkeit, Verzweiflung und Angst, möcht ich nen kleinen Einschub machen. -

Warum darüber reden? - Sind doch längst vergangene Zeiten?!

Es wurde am Anfang die Frage aufgeworfen: Warum reden wir eigentlich davon. Sind das nicht vergangene Zeiten?! -

Erster Grund: Ein Politischer; Demokratisch und völlig legal

Ich habe zwei Gründe. Der erste Grund ist der: Ein Politischer.

Wir leben in einer Demokratie. Demokratie heisst, dass jeder Bürger mitverantwortlich ist. Denken Sie, dass Hitler ja nicht mit einem Staatsstreich an die Macht kam, sondern legal! Völlig legal. Bis zur letzten Leitersprosse sagte er. Er wurde gewählt, sie wurden die stärkste Partei, der Präsident Hindenburg übergab ihm die Regierungsbildung. Völlig legal. Er bringt ein Gesetz ein, dass ihm alle Vollmachten gibt und alles übrige entmächtigt. Das wird angenommen. Und damit wars erledigt. Völlig legal! -

Sehen Sie, darum bin ich der Ansicht, wir müssen über diese Dinge nicht einfach Schweigen. Wir haben ne Verantwortung.

Zweiter Grund: Ein geistlicher; Wiederkunft Jesu / Letztes diktatorisches Weltreich

Und der zweite Grund, warum ich mit Ihnen darüber spreche ist ein – wie soll ich sagen – ein geistlicher Grund. - Aber das kann ich jetzt nur den anwesenden Christen sagen. -

Sehen Sie, die Bibel spricht davon, dass die Entwicklung der Weltgeschichte, hinzielt auf ein ganz gewaltiges Ereignis, dass Jesus wieder kommt und König wird. Ich rechne mit der Wiederkunft Jesu.

50, 60, 90% Christentum genügt?

Und das sagt die Bibel, voraus dieser Wiederkunft, geht noch einmal eine dunkle Mitternacht der Welt. Ein letztes diktatorisches Weltreich. Das heisst, wie es auch gehen werde wir erleben noch eine Weltdiktatur. - Sieht ja so aus, als wenn die Dinge gewaltig auf uns zustürzen, nicht!? - Diese apokalyptischen Linien der Bibel. - Und da sollt sich ein Christ immer fragen: Wie werd ich denn stehen, wenn ich in solche Zeiten komme. Wie werd ich da stehen? - Wer ich auch sagen: Mann muss mitmachen, alle machens, ich muss, ich muss. - Wie jetzt all die Mörder vor Gericht: Wir mussten das. -

Oder werden sie, dem Herrn aller Herrn gehören, der sie mit seinem Blut erkauft hat! Man lebt ne Gewissheit, die Christenheit kommt in eine letzte grosse Bewährungsproben. - Wo ich mit bisschen Christentum, 50 Prozent, 60 Prozent Christentum nicht durchkomme, sondern wo es darum geht, wo ich gewürfelt werde, ob ich dem Herrn gehöre oder nicht. - Und darum rede ich mit Ihnen davon. Um Ihnen an diesem kleinen Beispiel des Dritten Weltreiches, Ihnen die Frage ins Gewissen zu schieben:

Wie stehe ich denn eigentlich? Könnte ich mal standhalten? -

Gott schweigt – Gott redet – keine Zeit

Und jetzt drängt sich ja die Frage auf:

«Ja und Gott? Schwieg der denn einfach?! Als alles schief ging und die Bomben krachten, und die Städte brannten – wo ist er denn, warum schweigt er?!» -

Ich möchte Ihnen in aller Deutlichkeit sagen: Der lebendige heilige Gott, kann einem ganzen Volke schweigen; und nichts mehr zu sagen haben. - Aber er redet zu seinen Kindern. Und ich möchte Ihnen mitgeben, als das, fürchten Sie nichts so sehr als dass Sie unter Gottes völliges Schweigen geraten. Er spricht zu seinen Kindern. -

Und sehen Sie, als ich in der Gewalt der Staatspolizei war, - jetzt muss ich Ihnen erzählen, wie Gott mich vor der Angst der Staatspolizei befreite, weil ich eine grössere Angst kennen lernte.

Das war das erste mal im Gefängnis. Anfang ne furchtbare Angst und Verzweiflung und Not. Bis ich auf einmal merkte. Dass Gott mir mir reden will. Und dann fing Gott an mit mir zu reden über mein Leben. Und ich hab das bei jeder Haft so erlebt. Zuerst ist das Herz empört, bis es stille wurde und dann fing Gott an zu reden; und nahm mein Leben mit mir durch. - Allen Hochmut, alle Unreinigkeit, und Lüge und Lieblosigkeit. Und auf einmal merkte ich, dass Gott ja zornig ist. Gottes Zorn, sagt die Bibel, entbrennt über alles sündige Wesen der Menschen. - War alles ... Gottes Zorn loderte in meiner Zelle. -

Und sehen Sie, wenn Ihnen so Gedanken kommen, nicht!? - dass Gott mit ihnen reden will, dann laufen Sie weg, dann gehen Sie ins Kino – oder machen Betrieb. - Hier konnte man nicht weglaufen. Das war der schauerliche und der Segen dieser Sache, dass Gott mich zwischen diesen zwei Wänden festhielt: Ich rede jetzt mit dir! - Sünder, verfluchter!

Und alles, was man getan hat, lag in Scherben zu Boden. Ich weiss heute, wie es am jüngsten Tage sein wird. Das kann ich Ihnen sagen. Wo Gott ihnen Ihr Leben vor die Füsse wirft. Und ihre Sünden stehen da. Nackt und bloss. Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten. - Ich habe damals gelernt, was die Hölle ist. Hölle ist, dass man in Ewigkeit unter diesem Zorn Gottes bleibt. Ich weiss noch nicht, wie die Hölle aussieht, aber das weiss ich: Weggeworfen, ausgetan von IHM. - Ich verlor die Angst von diesen lächerlichen SS-Leuten und Gestapo-Leuten; weil ich die Angst vor Gott lernte. -

Und ich möchte Sie mal fragen:

Haben Sie schon mal Angst vor Gott gehabt? - Sonst haben Sie überhaupt noch nicht angefangen, die Wirklichkeit zu sehen.

Sehen Sie endlich die Wirklichkeit, dass ein heiliger Gott uns umgibt, und sieht; und einen Menschheit sich ... um ihn kümmert und seine Gebote mit Füssen tritt. - Das geht doch nicht! -

Dann kam Jesus

Aber vielleicht muss er Sie auch irgend so in die Stille führen, ich weiss es nicht. Dass Sie IHM nicht mehr weglaufen können. -

Und dann als ich dachte: Mann ich bin verloren, dann kam Jesus. Dann kam Jesus und zeigte mir seine Hände mit den Nägelmahlen. Und auf einmal begriff ich, was ich draussen immer gewusst hatte. Er hat meine Sünde weggetragen. Die Strafe liegt auf IHM, hat auf Golgatha getragen, auf dass ich Frieden hätte. ER macht mich gerecht vor Gott. ER ist unser Friede. -

Es wurde hell in meiner Zelle. Es wurde ein Tempel Gottes, es wurde so, dass es mir meinnahe ging wie den Priester des König Salomos als der Tempel eingeweiht wurde. Da wurde der Tempel so voller Herrlichkeit des Herrn, dass die Priester nicht mehr stehen konnten, die mussten raus – ich konnte nicht raus, nicht!? - Aber als ichs beinahe nicht aushielt, vor Freude, dass ich «einen Heiland habe. / Der vom Kripplein bis zum Grabe, / bis zum Thron, der Mann in Ehren, / mir dem dem Sünder zugehöret.» -

Einer, der mir Frieden mit Gott schenkt. Frieden ins Herz. Frieden wie ein Strom. Der mich zum Kinde Gottes macht. Dass ich die ganze Welt auslachen kann, dem Teufel ins Gesicht lachen kann, und seinen Trabanten zwei mal. -

Gott, er kann einem ganzen Volke schweigen. Aber er redet mit seinen Kindern.

Und wenn ich so ne Schar junger Menschen sehe, dann wünsch ich ihnen das, dass sie aus religiösen Gefühlen und Vorstellungen und unklaren Sachen da raus kommen zur Erkenntnis der Wirklichkeit. -

Ich bin ein verlorener Mensch. Das ist Tatsache. - Gott lässt sich nicht spotten.

Und das Wunder – was Luther im Katechismus sagt: Der mich als verlorenen, verdammten Menschen erlöst hat. Erworben und gewonnen von allen Sünden. Nicht mit Gold oder Silber sondern mit seinem heiligen teuren Blut; auf dass ich sein Eigen sei.

Menschen?

Lassen Sie mich zum Schluss jetzt noch eine kleine Frage die sich aufdrängt beantworten – darf ich noch? -

Das waren doch nun Menschen, diese Staatspolizei-Beamten. Das waren doch Menschen. Was waren denn das für Männer? Das waren ja nicht nur Beamte. Dahinter war doch ein Mensch, nicht!? - Und sehen Sie, wenn ich so in der Zelle sass, oder ein Verhör hatte, dann versuchte ich manchmal, mich zu fragen, gibt es denn eine Möglichkeit, durch diese Schicht von Hass bei euch, und von Feindschaft und von Beamtenmässigkeit durchzubrechen, an euer Herz und Gewissen. - Manchmal hab ich das so andeutungsweise erlebt.

Heimweh - Gibts eine Welt, wo man nicht Lügt?

Zum Beispiel, einmal, ich war Jugendpfarrer. Ich hatte etwa 50 junge Mitarbeiter, die jeden Sonntag Hausbesuche machen. Und dann wurde ein grosser Schlag gegen mein Jugendhaus geführt. - Man machte mit so 50 Mann Haussuchung und alles mögliche wurde beschlagnahmt und abgeführt auf dem LKW. - Und dann wurden die 50 Leiter vorgenommen. Jeder bekam Haussuchung. Und am Schluss ich. Nachdem sie 50 junge Männer einzeln verhört hatten, die ich vorher nicht instruieren konnte. - Und da erlebte ich mal, wie so eine Kruste brach. Da sagt der Beamte:

«Pastor Busch, wir haben 50 ihrer jungen Leute verhört. Und es hat uns keiner angelogen. Sie haben offen gesagt, dass sie heimlich Freizeiten gemacht haben, sie haben sich zum Schaden geredet, aber sie haben uns nicht belogen. - Was ist da für ein Welt?»

Sag ich:

«Das ist die Welt, die sie hassen. - Das ist die Welt, die sie hassen.»

In dem Moment spürte ich, äh, er war erschüttert vor der Tatsache: Es gibt eine Welt wo man nicht Lügt. - Das waren so Augenblicke, wissen Sie, wo man spürte, jetzt fällt mal die Kruste – und sie haben Heimweh. - Und ich bin überzeugt, dass jeder Mensch dieses Heimweh hat. - Sie waren arme Leute. Als alles zusammenbrach. Da vielen sie ins Nichts. Und begingen haufenweise Selbstmord. Der Chef unserer Staatspolizei, die paar Tage, die er vorher noch gesprochen hatte in einem Bunker, hat sich aufgehängt in einer Zelle. - Es war nichts mehr da.

Wissen Sie, das jedes Menschenleben im Grunde mal zu einer Grenze kommt, wo man fragt:

«Was hast du eigentlich?»

Und da bleibt nichts als das Heil Gottes in Jesus. - Ich wünsche Ihnen, dass Sie das haben! Und ich hoffe es wird Ihnen deutlich, dass es mir vor allem drauf ankommt, Ihnen zu sagen: In dem Augenblick, wo ich mich auf die Seite Gottes stelle. Spielt Gott geheimnisvoll mit. In geradezu unheimlicher Weise.

Die Bananenschale

Da war mein Bruder Johannes verhaftet gewesen in Bochum. Und dann hörte ich, er wird heute Morgen entlassen. Dann fuhr ich hin. Holte ihn da ab. Und die zwei Stunden waren mir unvergesslich. Er hatte dasselbe erlebt wie ich. Zwei Tage eine Abgrundtiefe Verzweiflung und Angst. Und dann endlich ein Ohr das hören kann. Und wie Gott im Gericht redet. Und dann man ganz neu Jesus als Heiland erkennt. Und da sagt er:

«Für mich war eins der erschütterndsten Erlebnisse folgendes: Da war in dem Präsidium so eine kleine Marmortreppe, zwei, drei Stufen. Die waren ziemlich glatt.»

Und sie hatten ihn abends verhaftet. Und das gab ziemliche Aufregung, wenn so ein bekannter Pfarrer da, ins Gefängnis kam, nicht?! - Das stand sofort in ausländischen Zeitungen in der Schweiz und in Dänemark und so und in Holland – und so war natürlich bei den Beamten da auch eine wilde Aufregung. - Und Diskussion darüber, ist es richtig, ist es nicht richtig – und einer schrie immer:

«Das ist richtig, und den Pfaffen gehören s'Maul gestopft!»

und so weiter. Und dieser Schreier geht am dem Abend aus dem Haus raus, aus dem Präsidium; und da hat irgendjemand ne Bananenschale auf diese drei Stufen geschmissen. Und der rutscht auf den drei Stufen so unselig aus, dass er mit dem Kopf hinten aufschlägt und sofort tot ist. -

Können sie sich die Situation vorstellen? - Wurde ein Pfarrer eingeliefert, den man als Zeugen Jesu kennt – einer schreit: Es ist richtig! - Und eine halbe Stunde später liegt er tot auf der Treppe. -

Natürlich können Sie sagen: Ist Zufall. Natürlich. Das kann ich ihnen nicht widerlegen. Aber das weiss ich, dass die Staatspolizeibeamten nicht mehr an Zufall glauben. - Mein Bruder sagte:

«Dann fing das mit der Seelsorge an. Da kam einer nach dem andern völlig aufgelösst zu mir und sagte: 'Sagen sie, gibts einen Gott der töten kann?' -

'Ja. Das ist nun ein Kinderspiel auf der Treppe ausrutschen und tot sein. Aber was dann kommt!' -

'Ja, wie, wie sollen wir errettet werden?'»

Mein Bruder sagte:

«Die paar Tage waren eine Evangelisation, wie ich sie in meinem Leben nicht wieder erlebt habe.» -

Ja oder Nein

Wissen Sie, dieses merkwürdige Mitspielen Gottes in den Ereignissen.

Ich war mal in Essen im Gefängnis, sehr elend. Ich hatte Fieber, ich fror, ich war hungrig, ich war völlig 'down'. Bereit zu jeder Niederlage. Und dann werd ich rausgeholt. Und zur Staatspolizei geführt. Und da sitzen die drei führenden Männer8. Der eine hiess Schweim9, mit «m». Wir sagten, der hat Glück gehabt. [Lautes Gelächter im Publikum]

Bleicher Bursche. Und die waren auf einmal Katzenfreundlich. Und da verkrampfte sich mein Herz. Ich dachte, wenn ihr freundlich seid.

Da sagten sie:

«Pastor Busch, wir haben gesehen, dass sie gar nicht so übel sind. Und sehen sie, der einzige Unsinn ist, dass sie unter allen Umständen Jugendpfarrer sein wollen. Wir garantieren ihnen in 10 Jahren wird kein junger Mensch in Deutschland mehr wissen, wer ihr imaginärer Jesus ist! - Das garantieren wir ihnen! Dafür sorgen wir. Und darum braucht man keine Jugendpfarrer mehr. Wir offerieren ihnen, Pfarrer Busch: Sie können jetzt entlassen werden, auf der Stelle. Und bekommen einen Stelle als Oberregierungsrat. Wenn sie versprechen, dass – sie können glauben was sie wollen – dass sie zu keinem Menschen mehr ihre Botschaft zu sagen. - Wir geben ihnen 24 Stunden Bedenkzeit.»

Meine Freunde das ist grauenvoll. Sie sitzen unsagbar hungrig und frieren und fiebrig in der Zelle. [Und denken:] Und nur jetzt raus! - Und ich kann ja glauben was ich will. Ich soll bloss nicht mehr reden. Und bin morgen raus auf der stelle und der ganze Druck hört auf, die Verfolgung – ich konnte doch nicht mehr, ich konnte doch nicht mehr! - Und ich brauch nur zu sagen. Ich will nicht mehr darüber reden. Ich kann für mich glauben was ich will. - Da waren alle Dämonen der Hölle in meiner Zelle, verstehen Sie das?

«Tu das doch! Tu das doch.»

Und dann trat ER auf. Er der lebendig ist. Der lebendig ist. Und ich sehe vor Augen, wie herrlich meinen Dienst für IHN war. - Und dann machte er mir klar, das kann man nicht halbieren.

«Du kannst ja für dich alleine glauben – aber schweigen, das geht nicht! - Dann sag mir ab! Dann sag mir ab!» -

«Dem Mann, der mich auf Golgatha erkauft hat, absagen?! Keine Versöhnung mit Gott mehr? Kein Frieden? Kein Heiland? Kein seliges Sterben? Kein Hoffnung des ewigen Lebens? - Unmöglich.»

Am nächsten Morgen trat ich vor die Leute und sagte:

«Ich kann ihre Offerte nicht annehmen.»

Meine Freunde, Sie kommen auch in solche Proben. Das braucht gar keine Staatspolizei dazu. -

Wo stehen Sie eigentlich? - Haben Sie in Ihrem Leben mal eine Entscheidung gefällt? Meinen Sie Gott reisst sich seinen Sohn vom Herzen und schickt ihn in die Welt damit wir darüber diskutieren? - Dass wir weiterleben und sagen: Ich kann ohne ihn auskommen?! Wie denken Sie sich das. Der Tatsache von Golgatha gegenüber wird mein ganzes «Ja» oder mein ganzes «Nein» gefordert. Und zwar immer von neuem.

Alarm! - Leben Sie denn noch?!

Es war ein paar Jahre später, kurz vor Kriegsschluss. Da bin ich in der Stadt. Da kommt ein «Alarm! Sofort Vollalarm!» Und dann krachen schon die ersten Bomben. Und ich weiss nicht wo hin und da ist so einen Anlage, da ist ein Eingang in einen tiefen Bunker gemacht, aber der war noch nicht fertig. - Wissen Sie, da wurden so ganz tiefe Bunker in die Erde gebaut, mit Treppen. Aber die Treppe war noch nicht gemacht, da war bloss der schräge Schacht. Aber wenns hinter Ihnen kracht, dann fragen Sie nicht nach Treppen. -

Ich also da rein. Und es war so feuchter Lehm. Ich komm also ins rutschen und sause mit atemberaubender Geschwindigkeit da in den Bunker rein. Unten steht ein Soldat und fängt mich auf. War so blaues Licht. Ganz trübes. - Fängt mich auf; und dann erkennen wir uns. Der Chef der Geheimen Staatspolizei. Er erwartet schon den Einmarsch der Amerikaner – er hat sich verkleidet als schlichter Infanterist, nicht?! - Ein paar Tage später waren sie da [die Amerikaner]. - So halten wir uns beide, nicht?! -

Und dann stammelt er so in diesem blauen Licht das so fahl macht, ganz erschrocken:

«Pfarrer Busch, leben sie denn noch?!»

Es wurde schrecklich gestorben. Man wurde hingerichtet, man wurde umgelegt, liquidiert. Man kam in KZs10, man wurde von Bomben getroffen. 'Leben sie noch?!' - Und da packte mich der Übermut des Glaubens, ich sage:

«Herr Noles11, wir überleben noch viele!»

Er verstand.

«'Wir', da sah ich Jesus an der Spitze, und die ganze Schar die an ihn glaubt. Wie war das vor ein paar Jahren: 'Ihn 10 Jahren wird kein junger Mensch mehr wissen wer Jesus ist.' - Herr Noles wir überleben noch viel!»

Acht Tage später hatte er sich erhängt. Ich stehe heute vor Ihnen rühme den Heiland ohne den zu leben kein Leben ist! -

Aber nun erlauben Sie, dass ich aufhöre.

[ Lang anhaltender Applaus. ]





- Ende des Vortrages -



Anhang

Kurze Informationen über Wilhelm Busch

Wilhelm Busch (Pfarrer)

Wilhelm Busch (* 27. April 1897 in Elberfeld, † 20. Juni 1966 in Bremen), Pfarrer, Evangelist und Schriftsteller.

Wilhelm Busch, 1897 in Elberfeld als Sohn des Pfarrers Dr. Wilhelm Busch geboren. Seine Mutter entstammte dem Schwäbischen Pietismus und zwar der Familie Kullen aus Hülben bei Urach. Nach seinem Abitur war er als junger Leutnant im Ersten Weltkrieg. Dort kam er zum Glauben an Jesus Christus. Nach seinem Theologie-Studium in Tübingen arbeitete er als Pfarrer in Bielefeld und später in den Bergarbeiterbezirken des Ruhrgebiets. Dort war er jahrelang Jugendpfarrer im Weigle-Haus in Essen. Im Dritten Reich brachte ihn sein Glaube und der Kampf der Bekennenden Kirche öfters ins Gefängnis. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er als reisender Evangelist tätig.

Werke: «Jesus unser Schicksal.»

Allgemeine Informationen

Quelle:

Audiodatei (mp3 (16 kbit/sec)):
http://www.sermon-online.de/search.pl?lang=de&id=2689
(/german/WilhelmBusch/)

Worterklärung

Worte und Begriffe, die im Vortrag vorkommen, und womöglich heute vielen «fremd» sind.

Geschichte von 1900 bis 2000: «Lebendiges virtuelles Museum Online» (LEMO) des Deutschen Historischen Museums (DHM): http://www.dhm.de/lemo/home.html



Drittes Reich

Der Begriff Drittes Reich im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus steht für das Deutsche Reich (ab 1938 "Großdeutsches Reich") vom 24. März 1933 bis zum 8. Mai 1945. Die Bezeichnung "Großdeutsches Reich" wurde bereits ab 1938 nach dem Anschluss Österreichs verwendet.

Die NSDAP übernahm den Begriff Drittes Reich, der durch ein Buch von Arthur Moeller van den Bruck politische Bedeutung erlangt hatte, für ihre Zwecke, primär für Propaganda, mit der suggeriert werden sollte, dass der von den Nationalsozialisten propagierte Staat in der Nachfolge des von Heinrich I. (919 - 936) gegründeten und bis 1806 in Form des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bestehenden 1. Reichs und des 2. (kleindeutschen) Reichs Bismarcks von 1871 stehe. Die Nationalsozialisten propagierten es auch als Tausendjähriges Reich, da es nach den Vorstellungen Adolf Hitlers tausend Jahre Bestand haben sollte. Tatsächlich belief sich die Dauer auf zwölf Jahre.

(Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Drittes_Reich)

Gestapo,
(Geheime Staatspolizei)

Gestapo ist die Abkürzung für die "Geheime Staatspolizei" in der Zeit des Nationalsozialismus.

Sie war als "politische Polizei" dem Ministerium des Innern unterstellt und wurde von Heinrich Himmler geleitet. Sie hatte schrankenlose Machtbefugnisse, für sie galt nicht das allgemeine Polizeirecht und sie war deshalb ein gefürchtetes Machtinstrument der Nationalsozialisten.

(Quelle, Teilauszug aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Gestapo)

Anmerkungen von Busch, während des Vortrages:

Geheime Staatspolizei. Was ist die Geheime Staatspolizei?
Der normale Rechtsweg: Polizei -> Gericht -> Gefängnis; genügt nicht mehr. Ein zweiter Rechtsweg wird aufgetan: Geheime Staatspolizei -> Gestapo -> Gefängnis -> Konzentrationslager.

Die Folgen: Misstrauen unter dem Volk. Das ganze Volk wird zum Heuchler.

Das Recht ist machtlos. «Keine Sache des Rechtes kann mehr gewinnen; das Recht ist Ohnmächtig geworden.» - «Darum wird das Gesetz kraftlos, und das Recht kommt nimmermehr hervor; denn der Gesetzlose umzingelt den Gerechten: darum kommt das Recht verdreht hervor.» (Bibel: Habakuk 1,4)

Hitlerjugend (HJ)

Die Hitlerjugend (HJ) war die Jugend- und Nachwuchsorganisation der NSDAP, die zur "Erziehung" der Jugend diente und dafür sorgte, dass sich bei den Heranwachsenden ein Bewusstsein bildete, das dem Nationalsozialismus dienlich war.

(Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Hitlerjugend)

Nazi

Nazi ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für einen Anhänger des Nationalsozialismus. Es wurde ursprünglich in ironischer Analogie zu Sozi (= Sozialist oder SPD-Anhänger) von den Gegnern Hitlers formuliert. Später wurde der Ausdruck schärfer distanzierend gebraucht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand auch die Wortschöpfung Entnazifizierung, womit in erster Linie die systematische Entfernung von Nazis aus öffentlichen Ämtern gemeint war.

(Teilauszug aus http://de.wikipedia.org/wiki/Nazi)

Spionage

Spionage ist die Auskundschaftung und Erlangung von fremdem geschützten Geheimnissen oder Wissen (in der Regel von Wirtschaftsunternehmen oder Staaten). Die erlangten Informationen werden dann in den eigenen wirtschaftlichen, politischen oder militärischen Machtbereich eingeführt, ohne dass eine eigenständige Erforschung erfolgen müsste. Annähernd sämtliche Nationen bedienen sich der Spionage oder "nachrichtendienstlicher Mittel", um andere Staaten (unabhängig der feindseligen oder freundlichen Einstellung zum eigenen Staat) auszuspionieren. Die übliche Staatenpraxis ist jedoch, den friedensgefährdenden Umgang (durchaus völkerrechtlich anerkannte Rechtswidrigkeit - unfreundlicher Akt -) zu leugnen. Spionage aus wirtschaftlichen Gründen wird als Industriespionage bezeichnet.

(Teilauszug aus http://de.wikipedia.org/wiki/Spionage)

SA-Mann

Die Sturmabteilung (kurz SA) war die paramilitärische Kampforganisation der NSDAP während der Weimarer Republik und spielte eine entscheidende Rolle beim Aufstieg der Nationalsozialisten. Nach der "Machtergreifung" kurzzeitig auch als Hilfspolizei eingesetzt, verlor die SA im Sommer 1934 nach den Säuberungen zur Abwehr eines angeblichen "Röhm-Putsches" in der Zeit des Nationalsozialismus weitgehend an Bedeutung zugunsten der SS.

(Teilauszug aus http://de.wikipedia.org/wiki/Sturmabteilung)

Spitzel, SA-Spitzel

Der Spitzel ist ein in der Regel negativ belegter Ausdruck für eine Art von Spion auf niederer gesellschaftlicher Ebene. Er wird meistens benutzt, um verdeckt Überwachende innerhalb einer Gesellschaft oder einer bestimmten Gruppe, Partei oder Organisation zu benennen.

Spitzel sind weltweit in vielen Staaten eine Informationsquelle für Polizei und Geheimdienste. Sie werden eingesetzt, um sich in verdächtigen Gruppen einzuschleusen und dort Informationen über mögliche illegale oder staatsfeindliche Handlungen zu sammeln.

http://de.wikipedia.org/wiki/Spitzel

SS-Mann

Abkürzung für Schutzstaffel.

Die Schutzstaffel (SS) war von 1934 bis 1945 eine eigenständige, paramilitärische Organisation innerhalb der NSDAP, deren Teil-Organisationen maßgeblich am Holocaust beteiligt waren.

(Teilauszug aus http://de.wikipedia.org/wiki/Schutzstaffel)



1Für Zeichenerklärung, verwendete Begriffe und weitere Informationen siehe am Schluss des Dokumentes. / Abschrift vom 22. Februar 2005. / Hier können Sie den Vortrag hören: http://www.sermon-online.de/search.pl?lang=de&id=2689

2Euthanasie: Aktion T4 ist der von den Nationalsozialisten verwendete Deckname für die systematische Ermordung von über 100.000 Geisteskranken und Behinderten während der Zeit des Nationalsozialismus. Namengebend war die Zentrale, eine Villa in der Berliner Tiergartenstraße 4.
. . .
Die im 3. Reich praktizierte sog. "Euthanasie" geht auf die schon in den 20iger Jahren entwickelte Idee einer "Rassenhygiene" zurück und steht im Zusammenhang mit dem in der nationalsozialistischen Ideologie festgelegten Endziel einer "Vernichtung lebensunwerten Lebens". Klarzustellen ist hierbei, daß es sich nicht um Euthanasie im Sinne einer vom Patienten gewünschten Sterbehilfe bei einer unheilbaren Krankheit handelte, sondern um einen Euphemismus für die geplante und systematische Tötung von Erb- und Geisteskranken, Behinderten und sozial oder rassisch Unerwünschten. -
Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_T4

3Talar: Ein Talar ist ein Kleidungsstück, das von Akademikern getragen wird. -
http://de.wikipedia.org/wiki/Talar

4SA-Spitzel: Eine Art Spion aus der Sturm-Abteilung. Siehe auch Anhang.

5Bundestag: Der Bundestag ist das Parlament der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Berlin.
Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Bundestag

6Siehe Johannes 8, 30-36:
30 Als er dies redete, glaubten viele an ihn. 31 Jesus sprach nun zu den Juden, welche ihm geglaubt hatten: «Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.»
33 Sie antworteten ihm: «Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie sagst du: 'Ihr sollt frei werden?'» 34 Jesus antwortete ihnen:
«Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht. 35 Der Knecht aber bleibt nicht für immer in dem Hause; der Sohn bleibt für immer. 36 Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein.»

7Jochen Klepper: (* 1903 in Beuthen an der Oder, † 11. Dezember 1942 in Berlin) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und einer der bedeutendsten geistlichen Liederdichter des 20. Jahrhunderts.
Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_Klepper

8Vermutlich: Schweim, Nohles (oder Noles), und ?.

9Albert Schweim, Leiter des Ausländerreferats bei der Gestapo. /
Kriminalkommissar SS-Hauptsturmführer (captain) Albert Schweim. /
Leiter des Hamburger Gestapo-Sachgebietes IV 1c (u.a. zuständig für die Ausländerüberwachung).

10KZ: Konzentrationslager.

11Noles: Oder Nohles. Es waren keine Informationen auffindbar.

Wilhelm Busch: Meine Begegnung mit der Geheimen Staatspolizei (Teil 2/2)